Weihnachtsgeld: Wo heuer gekürzt wird

- München - Macht es "Kling, Glöckchen, kling" in der Weihnachtskasse oder ist beim 13. Monatsgehalt "Oh, du Spärliche" angesagt? Viele Beschäftigte bei Unternehmen in Oberbayern müssen heuer mit einem gekürzten Lohnextra durch den Winter kommen. Betroffen sind vor allem die Problem-Branchen Banken, Bau und Handel.

<P>Fröhliche Weihnachten bei BMW: Der Münchner Autohersteller zahlt heuer ungekürzt. Wer schon sechs Jahre dabei ist, bekommt Ende November 120 Prozent des Bruttomonatsgehaltes extra. Mit Urlaubsgeld (70 %) und Erfolgsbeteiligung (140 %) bekommen Konzernmitarbeiter damit im Schnitt 15,3 Monatsgehälter.</P><P>Glücklich können sich auch die Beschäftigten schätzen, deren Lohn im Tarifvertrag festgelegt ist. Hier sind keine individuellen Kürzungen drin. Bei Siemens gibt es wie im Vorjahr bis zu 55 % des Monats-Einkommens als 13. Gehalt. Beschäftigte der Deutschen Post müssen genau rechnen, wenn sie sich nicht an die Vorjahres-Ausschüttung erinnern können. Unverändert gibt es für die Beamten 84 % des Monats-Gehalts zum Fest, für Arbeitnehmer je nach Dauer der Anstellung 91,73 % oder 100 %. Kurios: Wer länger beschäftigt ist, erhält den niedrigeren Satz. Damit sollen Unterschiede in den Vertragsbedingungen ausgeglichen werden. Ein halbes Monatsgehalt zahlt die Lufthansa für tariflich beschäftigte Mitarbeiter. Führungskräfte müssen sich selbst beschenken - Weihnachtsgeld gibt es in der Regel nicht. Bei den Stadtwerken München können sich die Mitarbeiter gemäß den Regelungen im Öffentlichen Dienst auf um die 80 % freuen.</P><P>"Bei schwieriger Lage ist nicht viel zu verteilen."<BR>Wolfgang Fischer, Handelsverband LAG</P><P>Harte Zeiten drohen im Baugewerbe. "Es laufen gerade die Tarifverhandlungen", sagt ein Sprecher von Walter Bau. Ziel ist es, das Weihnachtsgeld zu reduzieren, um die leidende Branche zu entlasten. Ähnlich ist die Lage im Handel. Hier beträgt die Sonderzulage in Unternehmen mit Tarifbindung 62,5 % eines Monatsgehalts. Bei vielen ohne Bindung dürften dagegen Kürzungen des Weihnachtsgeldes bevorstehen. "Bei schwieriger Lage ist nicht viel zu verteilen", sagt Wolfgang Fischer vom Handelsverband LAG Bayern. Auch bei den Banken ist die Lage angespannt. Die HypoVereinsbank hat eine freiwillige Sonderzahlung von 25 % gestrichen. Glück für die Mitarbeiter der Stadtsparkasse München: Sie zählen zum Öffentlichen Dienst und erhalten rund 80 %.</P>

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