Weihnachtsgeschenke: Deutsche gönnen sich wieder was

- München - Zum Jahresende haben die Deutschen ihre Konsumzurückhaltung aufgegeben und wieder tiefer in die Tasche gegriffen. "Die Mehrheit der Einzelhändler kann im Vergleich zum Vorjahr erfreuliche Umsatzzuwächse im Weihnachtsgeschäft verzeichnen", meldete der BAG Bayern, in dem mittlere und große Kaufhäuser organisiert sind. Der Handelsverband rechnet für November und Dezember deutschlandweit mit einem Plus von 300 Millionen auf neun Milliarden Euro. Sprecher Georg Hiltner sagte unserer Zeitung: "Die Leute gönnen sich wieder was."

<P class=MsoNormal>Ein ähnlich positives Fazit zog der Landesverband des bayerischen Einzelhandels (LBE), in dem sich vor allem kleinere und inhabergeführte Geschäfte zusammengeschlossen haben. "Wir schreien zwar nicht Hurra, freuen uns über einen versöhnlichen Jahresausklang", sagte Geschäftsführer Bernd Ohlmann. Viele Unternehmen hätten mehr eingenommen als im Vorjahr. Sein Verband rechnet damit, dass die Erlöse in den letzten beiden Monaten des Jahres gegenüber 2003 um eine Milliarde auf 69,6 Milliarden Euro steigen.</P><P class=MsoNormal>Wie jedes Jahr seien vor allem die Geschenkeklassiker Uhren, Schmuck, Parfüm und Bücher gefragt gewesen, sagte Bernd Ohlmann. Aber auch Handys, Digitalkameras, DVDs oder hochwertige Kaffeemaschinen hätten sich gut verkauft. Derzeit erlebten auch Delikatessen-Läden einen Ansturm.</P><P class=MsoNormal>Trotz des vergleichsweise munteren Weihnachtsgeschäftes rechnet der Einzelhandel für das Gesamtjahr 2004 deutschlandweit erneut mit roten Zahlen. Ein Minus zwischen 0,5 und 1,0 Prozent ist wahrscheinlich, schätzt der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Kaufleute Sachsen-Anhalt. Allerdings stellt sich die Situation regional unterschiedlich dar: So geht Bernd Ohlmann davon aus, dass der Einzelhandel in Bayern erstmals seit drei Jahren seine Vorjahresumsätze halten können wird. "Wir rechnen mit einer schwarzen Null."</P><P class=MsoNormal>Die angeschlagene Branche hofft nun, dass bei den Konsumenten auch im kommenden Jahr die Geldbeutel so locker sitzen wie in den vergangenen beiden Monaten. "Bislang ist aber noch nicht abzusehen, ob sich der Trend fortsetzt", sagt Georg Hiltner vom BAG Bayern. Zumindest in den ersten Tagen des neuen Jahres dürfte es in den Geschäften und Kaufhäusern der Innenstädte aber noch lebhaft zugehen: Nach Angaben des LBE werden rund ein Fünftel der Weihnachtsgeschenke als Gutscheine oder Bargeld unter dem Christbaum liegen.</P>

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