"Weiß nicht, warum BMW jetzt jammert"

- Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer ist gleichzeitig BMW-Aufsichtsrat. Er hofft auf ein schnelles Ende der Tarif-Auseinandersetzung im Osten.

Bei der nächsten Sitzung des BMW-Aufsichtsrats dürften Sie als Gewerkschafter Ärger kriegen.<BR><BR>Neugebauer : Das gibt bestimmt Debatten. Ich habe aber kein Mitleid mit BMW. Der Konzern hat durch den Standort Leipzig in den nächsten sechs Jahren einen Personalkosten-Vorteil von 200 Mio. Euro. Wenngleich ich für eine schnelle Einigung der Tarifparteien bin - ich weiß nicht, warum BMW jetzt das Jammern anfängt.<BR><BR>Die Kurzarbeit kostet die Bundesanstalt für Arbeit - also die Allgemeinheit - 1,7 Millionen Euro. Warum?<BR><BR>Neugebauer : Kraft Gesetz muss die Bundesanstalt zahlen. Wir sehen aber auch BMW in der Pflicht.<BR><BR>Mit einem Streik möglichst alles lahm legen - wird das nun Programm?<BR><BR>Neugebauer : Nein. Wir wollen solche Situationen künftig ausschließen. Streik soll ökonomischen Druck erzeugen und nicht alles in kürzester Zeit stilllegen. Die Zulieferer im Osten agieren jedoch knüppelhart.<BR><BR>Viele Firmen drohen mit dem Ende ihrer Investitionen im Osten. Erschreckt Sie das?<BR><BR>Neugebauer : Es ist unanständig, mit den Ängsten der Menschen zu spielen. Die Entscheidung für oder gegen Investitionen in Ostdeutschland fällt nicht wegen der 35-Stunden-Woche. Ich glaube, dass hier eher ein politisches Süppchen gekocht wird. Der Streit soll instrumentalisiert werden, um den Einfluss der Gewerkschaften zu verringern.<BR><BR>Das Gespräch führte Christian Deutschländer

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