+
Der italienische Ministerpräsident Mario Monti spricht am Donnerstag (24.11.2011) bei einer Pressekonferenz in Straßburg.

IWF weist Bericht über angebliche Italien-Hilfe zurück

Washington/Frankfurt - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat einen Pressebericht über angebliche Milliarden-Hilfe für das hoch verschuldete Italien zurückgewiesen.

Lesen Sie auch zum Thema:

Bericht: 600 Milliarden für Italien

Der IWF “befindet sich nicht in Diskussionen mit der italienischen Regierung über ein Finanzierungsprogramm“, teilte ein Sprecher des Währungsfonds am Montag mit. Er äußerte sich kurz vor einer mit Spannung erwarteten Auktion italienischer Staatsanleihen, die seit Wochen unter großem Druck stehen.

Die Turiner Tageszeitung “La Stampa“ hatte am Sonntag mit Bezug auf informierte Kreise in Washington berichtet, der IWF könne Italien mit einem Volumen von bis zu 600 Milliarden Euro unterstützen. Mit der Milliarden-Hilfe soll die neue Regierung von Mario Monti bei der Durchsetzung der notwendigen Reformen entlastet werden.

Zuvor hatten sich bereits Experten skeptisch zu dem angeblichen Hilfspaket des Währungsfonds für Italien geäußert. “Der IWF verfügt einfach nicht über die Ressourcen für ein solches Hilfspaket“, sagte der Experte Marc Chandler von der New Yorker Bank Brown Brothers Harriman & Co.

“La Stampa“ hatte berichtet, die Kredite eines solchen Italien-Programms könnten mit einer Laufzeit von zwölf bis 18 Monaten vergeben werden. Das Geld dazu könnte auch aus der Europäischen Zentralbank (EZB) kommen, hieß es weiter.

An den europäischen Anleihenmärkten sorgte der Pressebericht trotz des Dementis für eine deutliche Reaktion bei italienischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren: Im frühen Handel gab die Rendite der richtungsweisenden Papiere nach: um 0,20 Prozentpunkte auf 7,025 Prozent. Damit liegt der Zinssatz aber weiter über der kritischen Marke von sieben Prozent, bei der zuvor hoch verschuldete Eurostaaten wie zum Beispiel Portugal internationale Hilfe beantragten.

Italien, das nach Griechenland den höchsten Schuldenstand der Eurozone aufweist, steht seit Monaten im Visier der Finanzmärkte und leidet unter einer internationalen Glaubwürdigkeitskrise. Der italienische Regierungschef und Wirtschaftsfachmann Monti will Medienberichten zufolge am 5. Dezember mit Beratungen über erste Maßnahmen gegen den Krisenstrudel beginnen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

So viele Stellen und Angebote streicht der Bayerische Rundfunk
Der BR muss – wie alle anderen öffentlich-rechtlichen Sender auch – sparen. Intendant Ulrich Wilhelm will den Rotstift ansetzen, Angebote und Stellen streichen. 
So viele Stellen und Angebote streicht der Bayerische Rundfunk
Aufbau von Air-Berlin-Transfergesellschaft zieht sich hin
Noch sind die Millionen nicht zusammen, die Tausenden Air-Berlin-Mitarbeitern etwas Luft verschaffen könnten bei der Jobsuche. Die Sorge hat der Vorstandschef persönlich …
Aufbau von Air-Berlin-Transfergesellschaft zieht sich hin
Wall Street treibt Dax und MDax auf Rekordhoch
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind zur Wochenmitte wieder in Rekordlaune gewesen. Sowohl der Leitindex Dax als auch der MDax erreichten am …
Wall Street treibt Dax und MDax auf Rekordhoch
Soros überträgt 18 Milliarden Dollar an seine Stiftung
Der US-Milliardär George Soros spendet regelmäßig immense Summen für wohltätige Zwecke. Nun soll der Hedgefonds-Guru den Riesenbetrag von 18 Milliarden Dollar gestiftet …
Soros überträgt 18 Milliarden Dollar an seine Stiftung

Kommentare