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Die Führungskrise bei Thyssenkrupp ist nicht geklärt. Foto: Rolf Vennenbernd

Chefaufseher Lehner geht

Weiter Führungskrise bei Thyssenkrupp

Führung dringend gesucht: Nach Thyssenkrupp-Chef Hiesinger räumt am Dienstag auch der Aufsichtsratsvorsitzende Lehner seinen Posten. Doch vor den Neubesetzungen muss zunächst Klarheit über die künftige Strategie geschaffen werden.

Essen(dpa) - Zwei Wochen nach dem überraschend zum Monatsende angekündigten Rücktritt von Thyssenkrupp-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner ist noch immer kein neuen Chefaufseher gefunden.

Sollte es zunächst keine Einigung auf einen Kandidaten geben, werde der stellvertretende Aufsichtsratschef Markus Grolms von der IG Metall ab Mittwoch die Geschäfte des Gremiums weiter führen, berichtete ein Unternehmenssprecher in Essen. Lehner hatte seinen Rücktritt nur wenige Tage nach dem Abgang von Thyssenkrupp-Vorstandschef Heinrich Hiesinger angekündigt. Beide Manager hatten ihren Rückzug mit einem mangelnden Rückhalt bei den Großaktionären des Konzerns begründet.

Vor einer Entscheidung über einen neuen Aufsichtsratschef müsse man sich zunächst über die künftige Strategie des Konzerns einigen, sagte Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). "Ich sehe keinen Fortschritt in diesem Punkt", sagte er. Erst im Anschluss könne dann auch die Bestellung eines neuen Vorstandschefs erfolgen. "Da tickt schon die Uhr. Das kann kein Dauerzustand sein", so Hechtfischer.

Denkbar wäre auch, dass der mit rund 18 Prozent an Thyssenkrupp beteiligte Großaktionär Cevian den frei werdenden Sitz in dem Kontrollgremium beanspruchen könnte. Während die Krupp-Stiftung als größte Anteilseignerin mit 21 Prozent über zwei Sitze verfügt, ist Cevian bislang nur mit einem Vertreter in dem Kontrollgremium. Die Chefin der Krupp-Stiftung, Ursula Gather, hatte zuvor erklärt, nicht Nachfolgerin von Lehner an der Spitze des Aufsichtsrats werden zu wollen. Vertreter von Cevian und des mit weniger als drei Prozent an Thyssenkrupp beteiligten US-Hedgefonds Elliott hatten mehrfach mit Nachdruck einen schnelleren Umbau des Essener Konzerns gefordert.

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