+
Mitarbeiter der Deutschen Post bei einer Streikversammlung in Berlin. Foto: Paul Zinken

Verdi-Chef droht "massive Konfrontation" bei der Post an

Heftiges Säbelrasseln, noch ehe die nächste Verhandlungsrunde läuft: Nach erneuten Warnstreiks wollen Post und Verdi am Montag wieder reden - doch der Gewerkschaftschef fährt schon schweres Geschütz auf.

Berlin/Bonn (dpa) - Inmitten anhaltender Warnstreiks bei der Post kocht der Tarifkonflikt bei dem Bonner Brief- und Logistikkonzern weiter hoch.

Der Chef der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, warf dem Management unmittelbar vor dem Beginn neuer Verhandlungen am Montag in Berlin eine Verschleppungstaktik vor und drohte mit einer Ausweitung des Arbeitskampfes: "Wenn der Post-Vorstand seinen Kurs so weiterfährt, dann laufen wir auf eine massive Konfrontation zu", sagte Bsirske der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Beschäftigte der Post setzten ihre Warnstreiks am Samstag bundesweit fort. Nach Verdi-Angaben traten rund 5000 Mitarbeiter in den Ausstand, wie es aus der Berliner Gewerkschaftszentrale hieß. Nur in Berlin, Brandenburg und Bayern habe es eine Warnstreik-Pause gegeben.

Am Freitag hatten bereits mehrere tausend Angestellte ihre Arbeit niedergelegt. Deshalb sollten der Post zufolge Millionen Briefe ihre Empfänger erst später erreichen. Bsirske sagte der Zeitung, bei Bedarf könnten die bisherigen Warnstreiks auch zu regulären Streiks ausgedehnt werden. Dafür wäre eine entsprechende Urabstimmung nötig.

Die Gewerkschaft verlangt 5,5 Prozent mehr Geld für die etwa 140 000 Post-Angestellten sowie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um 2,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Ein Kernpunkt des Konflikts ist der Aufbau von 49 Regionalgesellschaften für die Paketzustellung. Dort arbeiten laut Post schon mehr als 6000 Menschen. Bezahlt werden sie nicht nach dem Haustarif des Konzerns, sondern nach dem in der Regel niedrigeren Tarif des Speditions- und Logistikgewerbes.

"Das ist entgrenztes Gewinnstreben, die kriegen den Hals nicht voll", kritisierte der Verdi-Chef die Lohnpolitik der Post. "Man kann beim Marktführer erwarten, dass er auch bei der Entlohnung vorne liegt."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gläubigerausschuss berät über Fluglinie Niki
Korneuburg (dpa) - Ein Gläubigerausschuss in Österreich berät am Nachmittag über die Zukunft der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki.
Gläubigerausschuss berät über Fluglinie Niki
Abgasaffäre: Zwangsrückruf für Audi-Dieselmodelle
Audi muss nun auch Modelle mit V6-TDI-Motoren umrüsten. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat verpflichtende Rückrufe dieser Fahrzeuge angeordnet. Es geht einmal mehr um …
Abgasaffäre: Zwangsrückruf für Audi-Dieselmodelle
Verdi macht Front gegen Aufspaltung von T-Systems
Berlin (dpa) - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die geplante Aufteilung der Telekom-Sparte T-Systems in zwei Gesellschaften kritisiert.
Verdi macht Front gegen Aufspaltung von T-Systems
Aldi bricht ab Montag ein großes Rabatt-Tabu
Die Kunden wird es freuen, die Konkurrenz ins Schwitzen bringen: Aldi bricht ab Montag ein großes Rabatt-Tabu und startet eine noch nie dagewesene Aktion.
Aldi bricht ab Montag ein großes Rabatt-Tabu

Kommentare