Diagnose da: So lange fehlt Müller dem FC Bayern

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Weiterbildung zeigt Wirkung

- München ­- Insgesamt 13 Milliarden Euro will die Bundesagentur für Arbeit (BA) in diesem Jahr für Trainings- und Eingliederungsmaßnahmen ausgeben. Zu viel Geld für minimalen Erfolg, klagen die Kritiker. Ein Irrtum, denn einige Instrumente zeigen durchaus Wirkung.

Beispiel Lohnzuschuss: Fast 70 Prozent der Langzeitarbeitslosen sind auch sechs Monate nach Ende der Förderung noch beschäftigt. Dies ergab eine neue Auswertung der Bundesagentur.

Mehr als 100 Arbeitsmarkt-Instrumente stehen den Job-Vermittlern zur Verfügung. Selbst langjährige Mitarbeiter klagen über den undurchsichtigen Förder-Dschungel. BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt fordert daher eine Straffung der Instrumente.

Maßnahmen für ALG-II-Empfänger

Erstmals hat die Nürnberger Behörde untersucht, wie die verschiedenen Fördermaßnahmen bei Empfängern des Arbeitslosengeldes II (ALG II) wirken. Dazu wurden die Daten von Mai 2005 bis April 2006 ausgewertet ­ mit erstaunlichen Ergebnissen: Neben den Erfolgen bei Lohnzuschüssen schneiden auch die Trainingsmaßnahmen gut ab. Immerhin jeder dritte Langzeitarbeitslose fand nach einer Weiterbildung wieder eine Arbeit.

Deutlich schwieriger erweist sich der Sprung von einem geförderten Job in eine reguläre Stelle: Bei den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) lag die Erfolgsquote bei 20 Prozent, bei den Ein-Euro-Jobs bei 15 Prozent. Beide Instrumente dienten vor allem dazu, Langzeitarbeitslose wieder an den Job-Alltag zu gewöhnen, so BA-Sprecherin Ilona Mirtschin. Insofern seien die Zahlen schon ein Erfolg.

Förderung für ALG-I-Empfänger

ALG-I-Empfänger haben deutlich bessere Chancen als Langzeitarbeitslose, zeigt die Studie. So erreicht die Bundesagentur bei ALG-I-Empfängern mit Lohnzuschüssen eine Erfolgsquote von knapp 77 Prozent (Langzeitarbeitslose nur 70 Prozent). Nach einer beruflichen Weiterbildung hat jeder Zweite wieder einen Arbeitsplatz (ALG-II-Empfänger lediglich 30 Prozent).

Äußerst erfolgreich sind auch die Hilfen für Existenzgründer. Von den Ein-Mann-Unternehmern, die Überbrückungsgeld erhielten, war sechs Monate nach Ablauf der Förderung nur jeder Zehnte wieder arbeitslos gemeldet. Bei der Ich-AG scheiterte etwa jeder Fünfte. Insgesamt förderte die Nürnberger Behörde zwischen Mai 2005 und April 2006 rund 250 000 Arbeitslose auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Zahlen zum neuen Gründerzuschuss gibt es noch nicht.

Teils sind auch keine teueren Weiterbildungen nötig, um Arbeitslosen wieder zu einem Job zu verhelfen. "Manchen Alleinerziehenden fehlt einfach ein Kinderbetreuungsplatz", sagt BA-Sprecherin Mirtschin. Im Behördendeutsch heißt das dann "Sonstige Förderung". Sie führte immerhin bei jedem fünften Langzeitarbeitslosen wieder zu einem Job.

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