Weitere Jobabbau bei NSN befürchtet

München - Der Netzausrüster Nokia Siemens Networks könnte weitere Stellen im Inland streichen. Die Gewerkschaft Verdi fürchtet das Ende der Sparte Services mit bundesweit 1000 Mitarbeitern.

Die Gewerkschaft Verdi befürchtet einen weiteren Jobabbau beim kriselnden Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN). Nach ihren Angaben stehen bei der NSN-Tochter Services bundesweit rund 1000 Arbeitsplätze zur Disposition, wie die „Süddeutsche Zeitung“ von Dienstag berichtete. Die Sparte hat ihren Sitz in Nürnberg. NSN war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Ein Verdi-Sprecher bestätigte am Dienstag, dass an diesem Mittwoch in Kassel eine Betriebsversammlung angesetzt sei, auf der das Aus für die einst von der Deutschen Telekom übernommenen Tochter verkündet werden könne. Der Ort sei gewählt worden, weil er verkehrsgünstig liege und damit für viele Mitarbeiter der nach NSN-Angaben deutschlandweit insgesamt 15 Standorte gut erreichbar sei.

Das finnisch-deutsche Unternehmen baut derzeit massiv um und streicht weltweit tausende Jobs. Erst am Dienstag hatte das zu gleichen Teilen dem krisengeschüttelten Handygiganten Nokia und Siemens gehörende Unternehmen den Verkauf der Glasfaser-Sparte mit 1900 Beschäftigten an einen Finanzinvestor bekanntgegeben. Kurz zuvor hatte NSN angekündigt, seinen Standort im baden-württembergischen Bruchsal mit 650 Arbeitsplätzen so schnell wie möglich zu schließen.

NSN schreibt seit der Gründung 2007 nur Verluste. Anfang des Jahres kündigte das Management harte Einschnitte an, um das Ruder herumzureißen. Dazu gehört auch der Abbau von 17 000 der weltweit 74 000 Arbeitsplätze. NSN hatte mehrfach die Nokia-Quartalszahlen mit hohen Verlusten verhagelt. Dem Unternehmen machen eine geschwächte Nachfrage nach Telekommunikations-Ausrüstung und die Konkurrenz durch günstige Anbieter aus China zu schaffen.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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