Weitere Millionen für den Transrapid

- München/Berlin - Die Bundesregierung will die deutsche Transrapid-Technologie auch für den Nahverkehr einsatzfähig machen. Verkehrsminister Manfred Stolpe unterzeichnete in Berlin mit Vertretern der Konzerne Siemens und ThyssenKrupp sowie Transrapid International ein Weiterentwicklungsprogramm in einem Gesamtumfang von 113 Millionen Euro. Stolpe machte deutlich, dass er von Industrieseite ebenfalls eine Beteiligung von rund 100 Millionen erwartet.

Mit dem Programm sollen vor allem die Teilsysteme Fahrzeug, Antrieb und Betriebsleittechnik fortentwickelt werden. Dadurch solle die Magnetschwebebahn im Personenverkehr schneller, effizienter und auch billiger werden. Sie war ursprünglich vor allem für den Fernverkehr vorgesehen und solle nun für einen Einsatz auch im Nahverkehr entwickelt werden. Mit Blick auf die in München geplante 37 Kilometer lange Transrapid-Verbindung zwischen Flughafen und Hauptbahnhof sagte Stolpe weiter: "Es ist Zeit, dass wir das jetzt machen."

Bayerns Verkehrsminister Otto Wiesheu begrüßte die Vertragsunterzeichnung. "Es ist gut, dass die Bundesregierung sich zum Transrapid bekennt", sagte Wiesheu und fügte ähnlich wie Stolpe hinzu: "Deutschland braucht den Transrapid im Land." Wiesheu lobte, dass im Rahmen des Programms auch ein neues Fahrzeug für die Münchner Strecke entwickelt werden solle. Wiesheu forderte den Bund auf, die für die Steckenplanung notwendigen Mittel rasch freizugeben. Stolpe bekräftigte, dass in der zweiten Jahreshälfte 2006 das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen und damit mit dem Bau 2007 begonnen werden könne.

Von der Weiterentwicklung des umweltfreundlichen Transrapid erhofft sich die Industrie höhere Chancen auf den internationalen Verkehrsmärkten. Für die deutschen Systemfirmen gehe es dabei darum, die Schlüsseltechnologien und die qualifizierten Arbeitsplätze im Land zu behalten, betonte der Siemens-Manager Jörn Sens.

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