Weitere US-Bank pleite - McCain-Sohn involviert?

New York (dpa) - In den USA ist bereits die elfte Bank in diesem Jahr der Finanzmarktkrise zum Opfer gefallen. Die Behörden schlossen am Freitag die Silver State Bank mit Einlagen von fast zwei Milliarden Dollar und 17 Filialen in Arizona und Nevada.

Der Zusammenbruch des relativ kleinen Kreditinstituts aus Nevada könnte auch Wellen im amerikanischen Präsidentschafts-Wahlkampf schlagen: Ein Sohn des Republikaner-Kandidaten John McCain saß bis vor kurzem im Verwaltungsrat der Bank und war unter anderem mit für die Aufsicht über die Finanzen zuständig, wie das "Wall Street Journal" am Samstag berichtete.

Der 46-jährige Andrew McCain, ein Adoptivsohn aus John McCains erster Ehe, habe seinen Posten bei der Bank am 26. Juli aus "persönlichen Gründen" aufgegeben, schrieb die Zeitung. Es gebe keine Hinweise auf ein Fehlverhalten seinerseits, betonte sie. Ebensowenig gebe es Anzeichen dafür, dass Präsidentschaftskandidat McCain von den Problemen der Bank bescheid gewusst habe.

Die 1996 gegründete Silver State Bank spezialisierte sich vor allem auf Baukredite. In diesem Jahr hätten sich Zahlungsausfälle gehäuft, berichtete das "Wall Street Journal". Im Juni habe die Bank 40 Millionen Dollar mit einem Aktienverkauf erlösen wollen, der Plan sei jedoch am mangelnden Interesse der Investoren gescheitert. Andrew McCain habe dabei laut Bankunterlagen Papiere für mehr als eine halbe Million Dollar kaufen wollen.

Die Bundesbehörde FDIC (Federal Deposit Insurance Corp.) habe die Bank bereits Ende August schließen wollen, sei jedoch auf Widerstand der lokalen Behörden gestoßen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen.

Wäre Andrew McCain noch vier Tage länger im Verwaltungsrat geblieben, hätte er als Mitglied des dreiköpfigen Audit-Komitees den Bericht über die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal unterschreiben müssen, hieß es weiter. Die Bank musste den Bericht Mitte August korrigieren und räumte dabei einen höheren Verlust von 72,3 Millionen Dollar ein.

Die Konten der geschlossenen Bank werden nun von der Nevada State Bank aus Las Vegas übernommen. Bis auf 20 Millionen Dollar seien die Einlagen bei der FDIC gesichert gewesen, hieß es. Die Behörde rechne damit, dass sie mit 450 bis 550 Millionen Dollar aus ihrem bereits von früheren Bankpleiten angegriffenen Sicherungsfonds einspringen muss.

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