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Tastet den Leitzins vorerst nicht an: EZB-Chef Mario Draghi

Weiterhin 0,05 Prozent

EZB belässt Leitzins weiterhin auf Rekordtief

Die Europäische Zentralbank (EZB) tastet den Leitzins in der Eurozone nicht an. Er bleibt bei 0,05 Prozent, wie ein Sprecher der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag auf Malta mitteilte.

Im Kampf gegen die niedrige Inflation in der Eurozone hatten die Währungshüter den zentralen Zinssatz, zu dem sich Banken bei der EZB mit Geld versorgen, im September 2014 auf das Rekordtief gesenkt.

Auch die beiden anderen Zinssätze beließ die EZB dem Sprecher zufolge auf ihrem bisherigen Niveau. Kreditinstitute, die ihr Geld lieber kurzfristig bei der Notenbank parken, anstatt es an Unternehmen zu verleihen, müssen weiterhin einen Strafzins von 0,2 Prozent bezahlen. Der dritte Zinssatz für kurzfristige Finanzspritzen oder auch Übernachtkredite von der Zentralbank bleibt bei 0,3 Prozent.

Zudem hält sich die EZB im Kampf gegen die niedrige Inflation eine Ausweitung ihrer Geldschwemme offen. „Wir haben den Willen und die Fähigkeit, alle Instrumente einzusetzen, die unser Mandat erlaubt“, sagte EZB-Präsident Mario Draghi nach der auswärtigen Ratssitzung auf Malta.

Draghi bestätigte frühere Angaben, wonach das im März begonnene Programm zum Kauf von Staatsanleihen und anderen Vermögenswerten notfalls im Umfang ausgedehnt oder zeitlich gestreckt werden könnte. Der EZB-Rat werde die Wirkung des Programms im Dezember analysieren. Dann liegen die neuen Konjunkturprognosen des EZB-Stabs vor.

Bisher will die Europäische Zentralbank bis mindestens September 2016 monatlich Papiere im Wert von 60 Milliarden Euro kaufen. Bis zum 16. Oktober hat die EZB in diesem Rahmen allein Staatsanleihen im Gesamtvolumen von knapp 371 Milliarden Euro erworben.

Kritiker zweifeln an der Wirkung der Geldschwemme

Kritiker zweifeln allerdings an der Wirkung dieser Geldschwemme. „Für die Märkte kann es nie genug sein. Für die Realwirtschaft würde ein Aufstocken des Anleiheprogramms im Augenblick allerdings wenig bringen“, betonte ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brezski. „Es hätte viel mehr den Anschein einer Verzweiflungstat.“

Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann sieht in der schwachen Preisentwicklung keinen Anlass für eine weitergehende geldpolitische Lockerung: „Ich rate dazu, nicht in hektischen Aktionismus zu verfallen und jetzt Kurs zu halten.“

AFP/dpa

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