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Der Pleitegeier macht vor Niemandem halt

Ist Ihr Job noch sicher?

Diese Branchen sind insolvenzgefährdet

Neuss - Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mussten über 15.000 Unternehmen Insolvenz anmelden. Eine Statistik zeigt nun, über welchen Branchen der Pleitegeier besonders häufig kreist.

Während spektakuläre Großpleiten im Zentrum des Interesses stehen, kämpfen in Deutschland auch viele Kleinfirmen vergeblich ums Überleben. Besonders hoch ist das Pleiterisiko bei Bauunternehmen, im Handel sowie bei Dienstleistern. Den Mitarbeitern droht oft der Jobverlust.

Pleiterisiko Detektiv. In keiner anderen Branche in Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2013 in Deutschland so viele Insolvenzen angemeldet wie bei den privaten Ermittlern - rein statistisch gesehen. Fast neun Prozent der privaten Ermittlungsbüros sind in diesem Jahr nach den Recherchen von Creditreform ins wirtschaftliche Abseits geraten. Dabei handele es sich jedoch um eine relativ kleine Branche, sagte ein Sprecher. Auf der Pleiten-Hitliste folgen Baufirmen für Abbrucharbeiten, Videotheken, sowie Kneipen, Bars, Diskotheken und Imbissstuben.

im ersten Halbjahr 2013 meldeten 15.430 Firmen Insolvenz an

Viele kleinere Unternehmen seien nur unzureichend mit Eigenkapital ausgestattet, sagte der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Michael Bretz. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen aus dem Baugewerbe sowie aus den Bereichen Handel und Dienstleistungen gelten nach den Recherchen der Wirtschaftsauskunftei als insolvenzgefährdet.

Für den bundesweiten Anstieg der Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 3,4 Prozent auf 15.430 waren nach den Recherchen von Creditreform in diesem Jahr keine spektakulären Pleiten von Großunternehmen verantwortlich. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen seien ins wirtschaftliche Abseits geraten, hieß es.

Auch gestandene Traditionsunternehmern von Pleite betroffen

Hintergrund des Anstiegs der Unternehmensinsolvenzen ist nach Einschätzung von Creditreform die Verlangsamung der konjunkturellen Entwicklung. Angesichts der Schwäche in Deutschland, Europa und weltweit seien bereits angeschlagene Unternehmen zuerst gefährdet gewesen, hieß es.

Dabei ging zunehmend auch gestandenen Traditionsunternehmern wirtschaftlich die Puste aus. Eine besonders starke Zunahme der Pleitefälle gab es bei den Unternehmensaltersklassen von neun bis zehn Jahren (plus 20,8 Prozent) und von über zehn Jahren (plus 16,1 Prozent).

Das höchste Insolvenzrisiko haben aber immer noch Unternehmensgründer kurz nach dem Start. Von 10.000 Jungunternehmen werfen statistisch gesehen 101 bereits in den ersten beiden Jahren wirtschaftlich das Handtuch. In den Jahren drei und vier nach der Gründung steigt diese Quote sogar auf 115 an.

Vor allem für die Beschäftigten von kleineren und mittleren Unternehmen endet eine Insolvenz meist bitter. Anders als in größeren Betrieben, gelinge es dort oft nicht, die Arbeitsplätze zu erhalten, berichtete Bretz. Wie viele der in diesem Jahr bereits von Unternehmensinsolvenzen betroffenen Beschäftigten in Deutschland ihren Job tatsächlich verloren haben, ist jedoch unklar.

dpa

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