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Die 4,2 Millionen deutschen Skifahrer und die vielen Rodler, Snowboarder, Lang- und Eisläufer sollten eines vor dem Start ins Schneevergnügen nicht vergessen: ausreichenden Versicherungsschutz.

Welche Policen man für Urlaub im Schnee braucht

München - Die 4,2 Millionen deutschen Skifahrer und die vielen Rodler, Snowboarder, Lang- und Eisläufer sollten eines vor dem Start ins Schneevergnügen nicht vergessen: ausreichenden Versicherungsschutz.

Allein beim alpinen Skilauf verunglücken jedes Jahr bis zu 60 000 Wintersportler, so die Statistiken des Deutschen Skiverbandes. Ohne guten Versicherungsschutz kann ein Unfall schnell zum dicken Finanzproblem werden. Die wichtigste aller Policen sollten alle Wintersportler haben: die private Haftpflichtversicherung. Mehr als ratsam ist zudem die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) oder alternativ wenigstens eine private Unfallversicherung, wie Peter Grieble von der Verbraucherzentrale betont. Auch der Nachwuchs gehört gut abgesichert. Optimal ist die Kinderinvaliditätspolice, die Unfall- wie auch Krankheitsfolgen abdeckt. Geht es zum Wintersport über die Grenze, ist die Auslandskrankenversicherung ein Muss. „Wer diese Policen übers ganze Jahr abgeschlossen hat, ist auch für Wintersport-Risiken vernünftig abgesichert“, betont Grieble. Wer viel Geld für den Skiurlaub ausgibt, sollte beim Versicherungsschutz nicht knausern, rät Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten (BdV). Zumal die entscheidenden Policen nicht teuer sein müssten.

Die Privathaftpflicht beispielsweise ist ab 100 Euro im Jahr zu haben. Sie gilt als wichtigste Versicherung überhaupt, auch abseits der Pisten. Denn jeder haftet für Schäden, die er selbst verursacht hat – schlimmstenfalls mit seinem ganzen Vermögen. Für den Wintersport bedeutet das: Ist ein nicht versicherter Skifahrer, Snowboarder oder Eisläufer am Zusammenstoß mit einem anderen schuld, muss er aus der eigenen Tasche für die Unfallfolgen aufkommen – für ärztliche Behandlungen, Schmerzensgeld, Schadenersatz. Umgekehrt gilt aber auch: Wer von einem Nichtversicherten über den Haufen gefahren wird, braucht häufig einen langen Atem, finanzielle Ansprüche geltend zu machen. Bei unverschuldeten Unfällen helfe auch eine Rechtschutzversicherung meist nicht viel dabei, an Geld zu kommen, so die Erfahrungen Griebles. Kann ein verunglückter Wintersportler nicht mehr seinem Beruf nachgehen, ist die Berufsunfähigkeitspolice entscheidend. Sie deckt das Risiko der Invalidität ab und ist deshalb nicht billig.

Eine gute Police kostet im Schnitt etwa 1500 Euro Jahresprämie. Scheint eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer, sollten Brettfans aber auf jeden Fall eine Unfallpolice haben. Sie ist ab gut zehn Euro im Monat zu haben. Enthalten sind oft auch Bergungskosten bis zu einer Höhe von 5000 Euro. Aber: Wer nach zu viel Alkohol verunglückt, verliert den Versicherungsschutz. Für die Kleinen ist eine Kinderinvaliditäts-Police sinnvoll, sie deckt die Folgen von Krankheiten und Unfällen gleichermaßen ab und kostet zwischen 300 und 500 Euro im Jahr. Für Skifahrer, die etwa nach Österreich, Kanada oder in die Schweiz fahren, ist die Auslandsreisekrankenversicherung unverzichtbar. Sonst sitzen sie im Notfall schnell auf vielen Tausend Euro für medizinische Behandlung und Rücktransport. Die Absicherung ist günstig. Sie kostet ab sechs Euro pro Jahr für Singles und 20 Euro jährlich für Familien. Neben Behandlungskosten oder Rücktransport ist häufig auch die Bergung nach dem Pistenunfall abgedeckt.

Nützlich kann auch eine Hausratversicherung sein. Wird die teure Skiausrüstung aus dem versperrten Hotel-Skikeller gestohlen, greift sie auch im Urlaub. Gegen den Brettl-Klau vor der Berghütte sollen eigene Skigeräte-Versicherungen schützen, die häufig in Paketlösungen angeboten werden. „Das braucht aber keiner“, winkt Grieble ab. Seine Erfahrungen: Lässt man seine 500-Euro-Skier auch nur eine Sekunde aus den Augen, verweigert die Versicherung letztlich doch die Zahlung.

Berit Gräber

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