Welche Unternehmen künftig in der Börsenoberliga spielen

- München - Was haben Fußball-Bundesliga und Deutscher Aktienindex (Dax) gemeinsam? Ein Mal im Jahr entscheidet sich, wer in der Eliteklasse bleiben darf, wer absteigen muss und wer aufsteigen darf. Während in der Bundesliga die erreichten Punkte und das Torverhältnis entscheidend sind, bestimmen Streubesitz und Umsatz die Dax-Zusammensetzung. In wenigen Wochen steht fest, welche Firmen ab dem 20. September in der Dax-Liga spielen.

<P>Vor über 15 Jahren wurde der Deutsche Aktienindex eingeführt. Er sollte als Spiegelbild der Wirtschaft hierzulande dienen. Für die 30 Firmen, die den Index abbilden, bedeutete die Zugehörigkeit stets einen hohen internationalen Bekanntheitsgrad und Prestige.</P><P>Vor allem Investmentgesellschaften und indexorientierte Anleger kommen an den Titeln aus der Eliteliga kaum vorbei. Kein Wunder also, dass schon im Vorfeld der Indexentscheidung die Aktien der möglichen Auf- und Absteiger im Blickpunkt vieler Anleger sind. Denn eine Statistik belegt: Fast alle Firmen, die den Sprung in den Dax geschafft haben, entwickelten sich drei Monate vor der offiziellen Nominierung deutlich besser als der Index selbst.</P><P>Für die Zusammensetzung der Dax-Werte wendet die Deutsche Börse künftig nur noch mathematische Grundregeln an. Neben dem Streubesitz und dem Umsatz war bisher immer auch die Entscheidung des "Arbeitskreises Aktienindizes" notwendig, einem Gremium aus Bankvertretern. Künftig kann man allein aus der "Rangliste Streubesitz" und der "Rangliste Umsatz" ableiten, wer den Sprung in die Top 30 schafft. Nach folgenden Regeln wird die Dax-Zusammensetzung bestimmt:</P><P>Jährliche Prüfung im August<BR>- Dax-Unternehmen, die beim Umsatz oder Streubesitz einen niedrigeren Rang als 40 einnehmen, werden ersetzt, wenn ein Nicht-Index-Unternehmen unter die ersten 35 kommt.<BR>- Nicht-Indexwerte, die in beiden Kriterien mindestens den Rang 30 einnehmen, müssen aufgenommen werden, wenn es ein Dax-Wert bei beiden Kriterien nicht mindestens auf Platz 35 schafft.</P><P>Vierteljährliche Prüfung<BR>- Dax-Unternehmen, die bei Umsatz oder Streubesitz einen niedrigeren Rang als 45 einnehmen, werden ersetzt, wenn ein Nicht-Index-Unternehmen unter die ersten 35 kommt.<BR>- Nicht-Indexwerte, die in beiden Kriterien mindestens den Rang 25 einnehmen, müssen aufgenommen werden. Aus dem Dax fällt dann der Wert mit der geringsten Marktkapitalisierung.</P><P>Sollten zum jeweiligen Stichtag mehrere Unternehmen die Kriterien erfüllen, wird nach der Streubesitz-Marktkapitalisierung der beste bzw. schlechteste Kandidat auf- bzw. herausgenommen. Die neuen Regeln, die erstmals zum Verkettungstermin am 20. September gelten, betreffen ausschließlich den Dax. Bei den anderen Aktien-Indizes M-Dax (50 mittelgroße Unternehmen), S-Dax (50 kleinere Unternehmen) und Tec-Dax (30 Technologieunternehmen) gelten die bisherigen Auswahlvorschriften.</P><P>Auf- und Absteiger: Puma lauert, Tui wackelt</P><P>Spielball von Spekulanten war zuletzt die Tui-Aktie. Hedge-Fonds wetteten darauf, dass der Touristikkonzern die Top 30 verlassen muss, und brachten durch Leerverkäufe die Aktie unter Druck. Auch der Dax-Verbleib von Fresenius-Medical-Care steht auf der Kippe, die Aktie hält sich aber wacker. Ganz anders ist die Lage bei Puma: Der Sportartikelhersteller gehört schon länger zu den großen Gewinnern und Dax-Aspiranten. Weitere Kandidaten für die Oberliga sind Beiersdorf, Hypo-Real-Estate und T-Online.</P><P>Es bleibt wohl bis zum Stichtag spannend, wie der Dax künftig aussehen wird. Dass sich durch die neuen Regeln viel ändern wird, ist eher unwahrscheinlich.</P>

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