Wella legt im Kerngeschäft zu

- Darmstadt - Der Kosmetikkonzern Wella bleibt im ersten vollen Jahr nach der Übernahme durch den US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble (P&G) in seinem Kerngeschäft auf Erfolgskurs. Der Umsatz in den Sparten Friseur, Kosmetik und Duft legte im Geschäftsjahr 2004/2005 (30.6.) auf vergleichbarer Basis um fünf Prozent auf 2,23 Milliarden Euro zu, teilte die Wella AG am Mittwoch in Darmstadt mit.

Die nordamerikanischen Wella-Töchter und Teile des Marketings und Vertriebs für die Consumer-Marken werden inzwischen P&G zugerechnet. Zusammen mit Wechselkurseffekten ist dies der Grund dafür, dass die Erlöse insgesamt um 18 Prozent auf 2,71 Milliarden Euro zurückgingen.

Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg bereinigt um Sondereinflüsse und Währungseffekte um 25 Prozent auf 313 Millionen Euro. Ohne diese Faktoren kletterte das Ergebnis von 14 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum auf jetzt 457 Millionen Euro. Hintergrund für diesen Sprung ist, dass die Umstrukturierungskosten bei Wella erstmals von der neuen Mutter P&G getragen wurden. Nach Steuern und der Abführung von Gewinnanteilen an P&G in Höhe von 241 Millionen Euro lag der Jahresüberschuss bei 222 Millionen Euro.

Ein direkter Vergleich mit den Vorjahren ist nicht möglich, weil Wella den Beginn seines Geschäftsjahres vom 1. Januar auf den 1. Juli verlegt hat. P&G hatte im April 2004 einen Beherrschungsvertrag mit Wella abgeschlossen und kontrolliert inzwischen mehr als 95 Prozent des Grundkapitals.

Ende Juni beschäftigte Wella weltweit noch 12 690 Mitarbeiter, 4350 weniger als im Vorjahr. Davon gingen 2560 an P&G über. Rund 1500 Arbeitsplätze wurden im Zuge der Umstrukturierungen abgebaut, davon 250 in Deutschland. Der Geschäftsbericht wurde letztmalig vom scheidenden Vorstandsvorsitzenden Heiner Gürtler verantwortet. Der 64-Jährige gibt seinen Posten zum 1. Oktober an den bisherigen Finanzvorstand Alfred Krämer (59) ab.

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