Welle von Gas- und Strompreiserhöhungen kommt

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Frankfurt/Berlin (dpa) - Den deutschen Verbrauchern steht eine neue Welle von Preiserhöhungen bei Strom und Gas ins Haus. Mindestens 182 Gasversorger in Deutschland heben ihre Preise im April und Mai um durchschnittlich 6,7 Prozent an.

Das hat das Verbraucherportal Verivox für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstag) errechnet. Die "Bild"-Zeitung (Dienstag) berichtet ebenfalls unter Berufung auf Verivox zudem von steigenden Preisen beim Strom. Demnach wollen insgesamt 57 Anbieter zum 1. April beziehungsweise 1. Mai durchschnittlich 5,9 Prozent mehr verlangen.

Den größten Anstieg beim Strompreis müssen laut "Bild" Kunden der Stadtwerke Schwabach in Bayern hinnehmen. Der Grundversorgungstarif steigt zum 1. April um 18,2 Prozent. Ein Durchschnittshaushalt zahlt dadurch pro Jahr 136 Euro mehr als bisher. Ebenfalls deutlich teurer wird es für Kunden der Unterfränkischen Überlandzentrale Lülsfeld (Bayern), die ab 1. April bis zu 15,9 Prozent mehr bezahlen müssen, sowie für Kunden der Stadtwerke Schlitz (Hessen), deren Grundversorgungstarif um 13,7 Prozent zum 1. Mai steigt.

Beim Gas trifft es laut "FAZ" besonders Haushalte in Sachsen: Die Stadtwerke Reichenbach heben dem Bericht zufolge ihren günstigsten Tarif um 14,1 Prozent an. Für den Durchschnittshaushalt mit 20 000 Kilowattstunden Verbrauch steigt die Jahresrechnung um 186 Euro auf rund 1500 Euro. Wer sein Gas von der Freitaler Strom + Gas GmbH bezieht, muss nach Verivox-Berechnungen von April an sogar fast 1630 Euro im Jahr zahlen. Ähnlich teuer sind neben den Stadtwerken in Pasewalk und Weißwasser nur noch die Stadtwerke Weißenbach in Bayern: Wenn der Gaspreis zum 1. April wie angekündigt um 13 Prozent steigt, berechnen die Stadtwerke ihren Haushaltskunden mehr als 1600 Euro im Jahr.

"Die Aufmerksamkeit der Verbraucher ist zunehmend gefordert, da die große Preiswelle, über die alle Versorger informieren, ausbleibt. So muss jeder Verbraucher selbst prüfen, wann und wie sein lokaler Versorger die Preise erhöht", sagte Peter Reese von Verivox der "FAZ". Für immer mehr Verbraucher gebe es aber die Möglichkeit, den Gasversorger zu wechseln. "In den Markt kommt Bewegung. Je mehr Kunden wechseln, desto mehr günstigere Angebote wird es auch zukünftig geben."

Der Grund für die neue Preiswelle ist auf dem Ölmarkt zu finden. Der Ölpreis hat Mitte Oktober 2007 die 80-Dollar-Marke überschritten und ist zeitweise sogar auf 110 Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen. Der Gaspreis folgt mit etwa sechs Monaten Verzögerung dem Ölpreis, was sich jetzt in steigenden Preisen niederschlägt. Diese Koppelung mache das Gas unnötig teuer, kritisiert Claudia Kemfert, Energieexpertin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). "Die Konzerne kassieren durch die Kopplung des Gas- an den Ölpreis, die nicht mehr zeitgemäß ist, in ganz großem Stil ab."

Gas müsste nach Kemferts Ansicht viel billiger sein: "Das Angebot ist so groß, dass der Preis bei einem Handel an der Börse 40 Prozent niedriger liegen könnte", sagt sie. Da der Ölpreis um die 100- Dollar-Marke pendelt, ist im Sommer mit weiteren Preiserhöhungen zu rechnen. Seit 2005 sind die Gaspreise in Deutschland schon um knapp 40 Prozent gestiegen, was viele Haushalte stark belastet und zu einer sozialpolitischen Diskussion um eine neue "Energiearmut" geführt hat.

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