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Wer Geld übrig hat, um es an den Aktienmärkten zu investieren, macht gute Geschäfte.

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Börsenrekorde machen Reiche noch reicher

Frankfurt - Die Weltwirtschaft wächst derzeit nur noch langsam. Doch die Reichen der Welt machen vor allem mit Hilfe lukrativer Aktiengeschäfte kräftig Kasse.

Fast zwei Millionen mehr Millionäre, ein Rekord-Vermögen und mit 12 800 fast zehn Prozent der Super-Reichen in Brasilien – der jetzt vorgelegte Welt-Wohlstands-Bericht 2014 (World Wealth Report) zeigt, dass es den Reichen dieser Welt alles andere als schlecht geht – besonders auch im Land der Fußball-Weltmeisterschaft.

Vor allem die gute Entwicklung an den Aktienmärkten hat die Zahl der weltweit Reichen und Super-Reichen im vergangenen Jahr um knapp 1,8 Millionen oder 15 Prozent auf 13,7 Millionen ansteigen lassen. Der Unternehmensberatung Cap Gemini und der Royal Bank of Canada zufolge, die den Bericht erstellt haben, kletterte ihr Vermögen um 14 Prozent auf den Rekord-Betrag von insgesamt 52,6 Billionen Dollar.

In Deutschland stieg die Zahl der Menschen, die über mindestens eine Million Dollar in bar, im Wertpapierdepot und in nicht selbstgenutzten Immobilien verfügen, um rund 116 000 auf 1,12 Millionen. Dies ist weltweit Rang drei hinter den USA (vier Millionen Millionäre) und Japan (2,3 Millionen). „Hauptgrund für den zweitstärksten Anstieg seit dem Jahr 2000 waren die gute Wirtschaftslage und die gute Entwicklung der Aktienkurse“, sagt Klaus-Georg Meyer, Vice-President bei Cap Gemini.

Sogar um fast 16 Prozent erhöhte sich 2013 die Zahl der Menschen, die 30 Millionen Dollar und mehr ihr Eigen nennen. Die Zahl der sogenannten „Ultra High Net Worth Individuals“ lag Ende 2013 weltweit bei 128 300. Sie hielten fast 35 Prozent des Vermögens aller Reichen. 1,23 Millionen Menschen besitzen mehr als fünf Millionen Dollar.

Die meisten Millionäre leben in Nordamerika

Nach wie vor leben die meisten Millionäre in Nordamerika. Dort sind es 4,33 Millionen, fast 600 000 mehr als 2012. In der Region Asien-Pazifik sind es mit 4,32 Millionen allerdings nur 10 000 weniger. Hier rückten im vergangenen Jahr rund 640 000 Menschen in die Gruppe der Reichen auf. „Asien-Pazifik wird Nordamerika bei den Millionären im laufenden Jahr überholen“, ist sich Meyer sicher. Für Europa nennt die Studie 3,83 Millionen Millionäre, in Mittleren Osten sind es 570 000, in Lateinamerika 540 000 und in Afrika rund 100 000.

Bezogen auf einzelne Länder ist die Zahl der Reichen in China im vergangenen mit einem Plus von fast 18 Prozent auf 758 000 am stärksten gestiegen. Die Schweiz liegt mit einem Zuwachs von knapp 17 Prozent auf 330 Millionäre knapp dahinter. In Italien berührt die aktuelle Euro-Krise die Reichen wenig: Auch dort gab es ein deutliches Plus von fast 16 Prozent auf 203 000 Millionäre.

Deutlich macht die Studie auch die krassen Unterschiede in Brasilien, wo gerade die Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet. Sie nennt damit indirekt einen der Gründe für die immer wieder aufflammenden Proteste der Bevölkerung. In Brasilien verfügten Ende 2013 rund 172 000 Menschen über mehr als eine Million Dollar, 7000 mehr als ein Jahr zuvor. Mehr noch: 12 800 Personen besitzen dort ein Vermögen von mehr als 30 Millionen Dollar. Damit leben zehn Prozent der weltweit Superreichen in Brasilien. Bezogen auf Südamerika sind es 60 Prozent. Insgesamt gibt es im größten Land Südamerikas mit seinen 192 Millionen Menschen mehr Millionäre als etwa in Russland, Saudi-Arabien, Kuwait oder Hongkong. „In Brasilien gibt es die höchste Konzentration von Millionären“, sagt Meyer.

Die Zahl der Reichen und Superreichen wird Meyer zufolge bis 2016 weiter zunehmen. Das von ihnen gehaltene Vermögen dürfte dann bei mehr als 64 Billionen Dollar liegen. Vorausgesetzt die Aktien-, Anleihe- und Immobilienmärkte zeigen weiter nach oben. Rund 60 Prozent ihres Vermögens haben die Reichen der Studie zufolge in diesen Anlageklassen investiert, knapp 25 Prozent in Aktien, 19 Prozent in Immobilien und 16 Prozent in Anleihen. Fast 27 Prozent ihres Vermögens halten sie liquide.

Rolf Obertreis

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