+
Zwar sieht die Weltbank eine Entspannung in der Eurozone - doch die Risiken bleiben.

Vertrauen "dramatisch verbessert"

Weltbank: Entspannung in Eurozone

Washington - Die Weltbank gibt der Eurozone Entwarnung - zumindest ein bisschen. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten dürften erstmal überstanden sein. Aber: Die Wirtschaft habe noch zu viele Probleme.

Die Gefahr einer schweren Finanzkrise in der Eurozone ist nach Ansicht der Weltbank weitgehend gebannt. Das Vertrauen der Märkte in Europa habe sich im vergangenen halben Jahr „dramatisch verbessert“, weil die Staaten und die Europäische Zentralbank richtige Schritte zur Stützung der Gemeinschaftswährung unternommen hätten, stellt die Organisation in ihrem am Mittwoch in Washington veröffentlichten Ausblick fest.

Dennoch sei es zu früh für eine echte Entwarnung. Die schwächeren Euro-Staaten liefen bei nachlassendem Reformeifer weiterhin Gefahr, von den Kapitalmärkten abgeschnitten zu werden. Das bleibe ein starkes Abwärtsrisiko für die Weltökonomie.

Entgegen der „ermutigenden“ Signale von den Märkten sei das tatsächliche globale Wachstum insgesamt noch „sehr wackelig und unsicher“, sagte Weltbankchef Jim Yong Kim laut einer Mitteilung. Vor allem die anhaltende Schwäche in den Industrienationen „trübt die Aussichten für eine schnelle Verbesserung und eine Rückkehr zu einem stabileren Wachstum.“ Gefahren gingen auch von den politischen Wirrungen um den Schuldenabbau in den USA aus.

Insgesamt werde die Konjunktur in diesem Jahr weltweit um 2,4 Prozent zunehmen, nach schlechter als erwarteten 2,3 Prozent in 2012, schätzt das multilaterale Finanzinstitut in seinem neusten Ausblick. Erst für 2014 und 2015 sehe es mit 3,1 Prozent und 3,3 Prozent deutlich besser aus.

Für die Eurozone erwartet die Weltbank in diesem Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,1 Prozent. Danach gehe es deutlich aufwärts: 2014 lege das BIP um 0,9 Prozent zu und 2015 um 1,4 Prozent. Europa insgesamt müsse neben der Schuldenkrise auch die hohe Arbeitslosigkeit, Exportprobleme und Wettbewerbsnachteile lösen, um das Wachstum zu erhöhen. „Die kommenden Jahre bleiben vor allem in den Ländern der Eurozone schwierig“, meint Weltbank-Chefökonom Kaushik Basu.

EFSM, EFSF oder ESM: Das bedeuten die Kürzel der Finanzkrise

EFSM, EFSF oder ESM: Das bedeuten die Kürzel der Finanzkrise

Wachstumsmotoren blieben die Schwellen- und Entwicklungsländer wie China oder Indien, die 2013 jeweils um 5,5 Prozent zulegen könnten und 5,7 beziehungsweise 5,8 Prozent in den kommenden beiden Jahren. 2012 habe das Wachstum hier bei 5,1 Prozent gelegen. Diese aufstrebenden, meist exportabhängigen Nationen müssten allerdings Wege finden, sich von den Zyklen der Weltkonjunktur zu lösen. Dafür seien Investitionen in die heimische Infrastruktur und eine Stärkung der öffentlichen Haushalte wichtig, rät der Chefautor des Ausblickes, Andrew Burns.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Thomas Cook gründet eigene Airline für Mallorca
Bad Homburg (dpa) - Der Reisekonzern Thomas Cook gründet mitten in der Neuordnung der deutschen Luftverkehrsbranche eine eigene Airline für die beliebte Ferieninsel …
Thomas Cook gründet eigene Airline für Mallorca
Bericht: VW kommt bei Billigautos für China und Indien voran
Wolfsburg (dpa) - Trotz der geplatzten Gespräche mit dem indischen Autobauer Tata kommt Volkswagen beim geplanten Einstieg ins Billigsegment voran. Zwei neue …
Bericht: VW kommt bei Billigautos für China und Indien voran
Dax und MDax erreichen neue Rekordmarken
Frankfurt/Main (dpa) - Die Rekordjagd an der US-Börse hat dem Dax eine weitere Bestmarke beschert. Der deutsche Leitindex erreichte am Vormittag bei gut 13 094 Punkten …
Dax und MDax erreichen neue Rekordmarken
Verdi: Auch Lufthansa soll für Transfergesellschaft zahlen
Berlin (dpa) - Geld für die geplante Transfergesellschaft für Beschäftigte der Air Berlin muss aus Gewerkschaftsicht auch von den Käufern der insolventen …
Verdi: Auch Lufthansa soll für Transfergesellschaft zahlen

Kommentare