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Der Weltbildverlag steht vor der Insolvenz.

Augsburg legt vor

Weltbild: Bistum überweist 15 Millionen Euro

Augsburg - Das Bistum Augsburg hat am Donnerstag die für einen Massekredit versprochenen 15 Millionen Euro an die insolvente Verlagsgruppe Weltbild überwiesen. Es ist ein kleiner Schritt.

Das Bistum Augsburg hat am Donnerstag die für einen Massekredit versprochenen 15 Millionen Euro an die insolvente Verlagsgruppe Weltbild überwiesen. Die Modalitäten seien mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz abgestimmt worden, erklärte ein Bistumssprecher am Freitag in Augsburg gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Mit dem Geld kann der Geschäftsbetrieb bei Weltbild vorläufig fortgeführt werden.

Nach einem Bericht der „Augsburger Allgemeinen“ (Freitag) handelt es sich bei dem ausbezahlten Betrag zwar um ein Darlehen, aber die Diözese gehe nicht davon aus, dass das Geld zurückbezahlt werde. Demnach könnten die Mittel später für weitere Zwecke zugunsten der Mitarbeiter verwendet werden. Dazu gab der Bistumssprecher keine Stellungnahme ab.

Laut Darstellung der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ; Freitag) ist Weltbild mit 170 Millionen Euro bei insgesamt sieben Banken verschuldet. Größter Finanzierer sei die Hypo-Vereinsbank. Nach SZ-Informationen sollen alle Banken auf Sicherheiten verzichtet haben. Dies sei ein Problem für den Insolvenzverwalter.

Schwierig sei für Geiwitz auch die Suche nach Investoren, die er dem Bericht zufolge Ende Februar abschließen wolle, schreibt die „Süddeutsche“. Um Interessenten belastbare Zahlen präsentieren zu können, müsse Geiwitz selbst tätig werden. Beim Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG aus dem vergangenen September sei „gesunde Skepsis angebracht“. Der langfristige Finanzierungsbedarf von ursprünglich 65 Millionen Euro habe sich seit Herbst verdoppelt. Zu dem Bericht war von Geiwitz zunächst kein Kommentar zu erhalten.

Genau diesen Betrag wollten die kirchlichen Gesellschafter auch vor Weihnachten zur Verfügung stellen, bis sie Anfang Januar von den neuen Forderungen der Geschäftsführung überrascht wurden. Zum Wochenbeginn hatten die deutschen Bischöfe beschlossen, 65 Millionen Euro an Weltbild fließen zu lassen. Der Münchner Generalvikar Peter Beer erklärte daraufhin in einem Interview, die Gesellschafter betrachteten diese Geldspritze als „abschließende Leistung“.

Nach Angaben der SZ dauern unterdessen die Verhandlungen zwischen Hugendubel und dem Erzbistum München-Freising über ein Kirchendarlehen von 20 Millionen Euro weiter an. Es gebe noch Uneinigkeit darüber, wie viele Weltbild-Filialen von Hugendubel übernommen werden sollten. Das Erzbistum habe seinen Beitrag zur Sanierung von Hugendubel an diese Bedingung geknüpft, um damit auch Weltbild-Mitarbeitern zu helfen.

Bei der Hugendubel-Betriebsversammlung am Donnerstag in München war es nach Gewerkschaftsangaben zu massiven Auseinandersetzungen zwischen der Belegschaft und Mitgliedern der Geschäftsleitung gekommen. Betriebsräte hätten der Unternehmensführung massive Verstöße gegen ihre gesetzlichen Informationspflichten vorgeworfen. So hätten die Arbeitnehmervertreter von der geplanten Abspaltung Hugendubels aus dem mit Weltbild unter dem Dach der DBH betriebenen Filialgeschäft aus der Zeitung erfahren. Die Pläne dazu reichten aber schon in den Mai 2013 zurück.

Betriebsräte und Gewerkschafter riefen die Beschäftigten von Hugendubel zur Solidarität mit den Weltbild-Kollegen auf. Am Samstag wollen diese bei einem Bundesliga-Heimspiel des FC Augsburg für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstrieren. Der Fußballverein hat ihnen für die Partie gegen Werder Bremen 2.000 Freikarten zur Verfügung gestellt.

KNA

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