+
Die Affäre um die Abgaswerte hat nicht nur in Deutschland Konsequenzen. 

Von Deutschland bis Amerika

Die weltweiten Folgen des VW-Skandals

Wolfsburg - Der Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen sorgt weltweit für Aufregung. In manchen Ländern drohen dem Konzern strafrechtliche Folgen. 

Angefangen bei den USA fordern viele Länder nun Aufklärung, ob Dieselautos von Volkswagen auch auf ihren Straßen mehr Schadstoffe in die Luft blasen als vom Hersteller angegeben. Teils könnte die Affäre auch strafrechtliche Folgen für Volkswagen haben.

In den USA, wo die Affäre nach Ermittlungen der Umweltbehörde EPA ihren Anfang nahm, droht VW eine Strafzahlung von 18 Milliarden Dollar. EPA verweigerte am Freitag dem Konzern die Erlaubnis zum Verkauf seiner Diesel-Modelle im kommenden Jahr. Die Behörde will auch die Diesel-Modelle anderer Hersteller auf Manipulationen prüfen. Es laufen außerdem strafrechtliche Ermittlungen des US-Justizministeriums gegen Volkswagen, auch die Umweltbehörde des Bundesstaats Kalifornien leitete eine Untersuchung ein. Darüber hinaus drohen VW eine Reihe Sammelklagen von Kunden.

In DEUTSCHLAND leitete die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Mittwoch eine Voruntersuchung ein, bei der mehrere Anzeigen gegen Volkswagen geprüft werden. Die Bundesregierung ordnete ihrerseits eine Untersuchung aller Diesel-Modelle von Volkswagen an und will später auch die Fahrzeuge anderer Hersteller überprüfen. Laut dem Verkehrsministerium sind auf deutschen Straßen 2,8 Millionen Fahrzeuge mit der Manipulationssoftware unterwegs.

In FRANKREICH kündigte Umweltministerin Ségolène Royal bereits am Dienstag eine eingehende Untersuchung an. Gegen Volkswagen laufen nun Ermittlungen wegen Betrugs. Zudem wollen die Behörden von kommender Woche an nach dem Zufallsprinzip hundert Autos aller Marken auf die Einhaltung der Abgaswerte überprüfen.

Die SCHWEIZ kündigte am Freitag an, den Verkauf von womöglich betroffenen Dieselfahrzeugen der Marken VW, Audi, Seat und Skoda bis auf weiteres zu verbieten.

Die EU-KOMMISSION rief die Mitgliedstaaten am Donnerstag auf, "auf nationaler Ebene die nötigen Untersuchungen" einzuleiten und anschließend die Ergebnisse mitzuteilen.

GROßBRITANNIEN forderte von der EU die Einleitung einer europaweiten Untersuchung und rief zugleich die Automobilhersteller zur Überprüfung der Abgaswerte auf.

In ITALIEN ordnete das Verkehrsministerium eine Untersuchung bei Volkswagen sowie bei dem für die Zulassung von Autos zuständigen Kraftfahrtbundesamt an.

Auch NORWEGEN geht dem Verdacht auf Betrug nach und prüft, ob die importierten VW-Fahrzeuge mit der fraglichen Software ausgerüstet waren.

SÜDKOREA will Mitte Oktober das Abgasniveau von drei VW-Modellen kontrollieren. Laut dem Umweltministerium sind rund 59.000 Fahrzeuge mit der Manipulationssoftware im Land unterwegs.

Auch INDIEN ordnete die Einleitung einer Untersuchung an und beauftragte die Vereinigung für Automobil-Forschung mit entsprechenden Tests.

In MEXIKO prüft die Regierung, ob Motoren mit der entsprechenden Software in der Fabrik von Puebla hergestellt werden, wo VW tausende Fahrzeuge für den US-Markt produziert.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

A statt A+++: Neues Energielabel für Haushaltsgeräte kommt
Luxemburg (dpa) - Die neue EU-Kennzeichnung für energiesparende Kühlschränke, Waschmaschinen und andere Haushaltsgeräte hat die letzte Hürde genommen. Die …
A statt A+++: Neues Energielabel für Haushaltsgeräte kommt
Streit um Bausparklausel: Gericht entscheidet im Spätsommer
Verbraucherschützer gegen Bausparkassen - diese Konstellation gibt es immer wieder vor Gericht. Zuletzt ging es um Kündigungen von gut verzinsten Altverträgen. Nun steht …
Streit um Bausparklausel: Gericht entscheidet im Spätsommer
Slowakische Volkswagen-Mitarbeiter beenden Streik
Eine Rebellion mit Signalwirkung: Die Volkswagen-Arbeiter in der Slowakei fühlten sich gegenüber ihren deutschen Kollegen unterbezahlt. Mit ihrem ersten Streik …
Slowakische Volkswagen-Mitarbeiter beenden Streik
Zehn Euro für "gebührenfreies" Gironkonto?
Bad Homburg/Stuttgart (dpa) - Die Wettbewerbszentrale geht erneut gegen aus ihrer Sicht irreführende Werbung einer Bank vor.
Zehn Euro für "gebührenfreies" Gironkonto?

Kommentare