Weltweiter Ölboom trotz hoher Preise

- Köln/Hamburg - Die weltweite Ölindustrie ist im vergangenen Jahr kräftig gewachsen. So erhöhte sich die Ölförderung um 3,3 Prozent, die Raffineriekapazität um 0,4 Prozent und der Ölverbrauch um 3,2 Prozent, teilte der Energiekonzern ExxonMobil am Mittwoch in Köln mit. Das liege an der robusten Konjunktur in weiten Teilen der Welt, vor allem in Asien. "Nicht nur in China, sondern auch in Indien stellte Öl wieder einmal seine Rolle als flexibelster Energieträger unter Beweis", sagte Unternehmenssprecher Karl-Heinz Schult-Bornemann bei der Vorstellung der ExxonMobil-Studie "Oeldorado 2005".

Der Bedarf konnte überall gedeckt werden, allerdings zu hohen Preisen. Im Zeitraum von fünf Jahren von 1999 bis 2004 verfünffachte sich der Ölpreis von 10 auf 50 Dollar je Barrel. Der starke Verbrauchsanstieg auf 3,8 Milliarden Tonnen und die Rekordpreise deuten nach Einschätzung von ExxonMobil nicht auf eine zunehmende Verknappung des weltweit nach wie vor wichtigsten Energieträgers hin. "Die Preishöhe war nicht nur durch die reale Nachfrage beeinflusst, sondern auch durch die Finanzmärkte", sagte Schult-Bornemann.Die weltweiten Ölreserven erhöhten sich um 0,9 Prozent auf gut 173 Milliarden Tonnen. Die Reserven seien - vor allem durch technischen Fortschritt bei der Ölförderung - rund zehn Mal so stark gestiegen wie der Verbrauch. Damit hätten sich die sicher bestätigten und wirtschaftlich förderbaren Erdölreserven in den vergangenen fünf Jahren um fast ein Viertel erhöht. "Drohende Reservenerschöpfung ist weder bei Öl noch bei Gas ein Grund für die Förderung alternativer Energien", sagte Schult-Bornemann.Weltweit größter Ölverbraucher bleiben die USA, die rund ein Viertel des Öls für sich beanspruchen, vor China und Japan. Deutschland auf Rang fünf gehört zu den Industrieländern mit rückläufigem Ölverbrauch. Das ölreichste Land ist Saudi-Arabien mit Reserven von mehr als 35 Milliarden Tonnen, vor Kanada mit 24 und Iran mit 17 Milliarden Tonnen.

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