UN: Weltwirtschaft wächst 2008 langsamer

Genf - Die Vereinten Nationen schließen für dieses Jahr eine erhebliche Verlangsamung der Weltkonjunktur bedingt durch die US-Kredit- und Immobilienkrise nicht mehr aus.

Die UN-Experten rechnen für 2008 mit einem Wachstum der Weltwirtschaft um 3,4 Prozent. Es könnten aber im Negativfall auch nur 1,6 Prozent werden, hieß es in einer am Mittwoch in Genf veröffentlichten Studie. "Dieses Negativszenario kann nicht ausgeschlossen werden. Es besteht ein ernstzunehmendes Risiko", sagte der Chefökonom der Welthandels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD), Heiner Flassbeck.

Auch die optimistischere Prognose deutet auf eine Verlangsamung hin, nachdem die Weltwirtschaft nach UN-Berechnungen 2006 noch um 3,9 Prozent und 2007 um 3,7 Prozent gewachsen ist. Zu den für das laufende Jahr erwarteten 3,4 Prozent tragen die Industrieländer demnach noch mit 2,2 (2007: 2,5) Prozent bei und die Entwicklungsländer mit 6,5 (6,9) Prozent.

Am stärksten wachsen danach weiterhin die Schwellenländer mit sieben (8) Prozent. Das Wachstum der US-Wirtschaft wird in dem optimistischen Szenario auf zwei Prozent veranschlagt. Nach dem Platzen der Immobilienblase und den heftigen Turbulenzen an den Finanz- und Kreditmärkten schließen die UN aber nicht aus, dass das US-Wachstum auf Null fällt. Die Weltwirtschaft würde in diesem Fall laut den UN-Berechnungen nur noch um 1,6 Prozent wachsen; die Industriestaaten um 0,5 Prozent, die Entwicklungsländer um 4,2 Prozent und in den Schwellenländern würde die Wirtschaft um fünf Prozent wachsen.

Flassbeck warnte in diesem Zusammenhang von einem weiteren Verfall des Dollarkurses um 20 Prozent. "Eine deutliche Verlangsamung der weltgrößten Volkswirtschaft wäre ein schwerer Schlag auch für die armen Länder, weil dies den Welthandel bremsen und dem raketenhaften Anstieg der Rohstoffpreise ein Ende bereiten würde", heißt es in dem UN-Bericht. Danach sind die Volkswirtschaften Westeuropas und Japans nicht in der Lage, eine Verlangsamung der US-Wirtschaft aufzufangen.

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