Weltwirtschaftsklima trübt sich ein

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München (dpa) - Das Weltwirtschaftsklima ist so schlecht wie seit sieben Jahren nicht mehr. Inflationsängste hätten die Stimmung in der Weltwirtschaft im dritten Quartal weiter abrutschen lassen. Dies berichtete das ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Mittwoch in München.

Nach Berechnungen des Instituts gab der ifo-Indikator für das Weltwirtschaftsklima zum vierten Mal in Folge nach. Er sank von 81,4 im Vorquartal auf 73,4 Punkte. Neben ungünstigeren Einschätzungen zur derzeitigen wirtschaftlichen Lage seien auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate weiter nach unten revidiert worden, berichtete ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Der Bundesverband deutscher Banken warnte indes erneut vor übertriebenen Pessimismus für die Aussichten der deutschen Wirtschaft.

In seinem Konjunkturbericht vom August wandte sich der Verband gegen konjunkturelle Absturzszenarien, da sich sowohl der hohe Ölpreis als auch der Eurokurs zum Dollar wieder abgeschwächt hätten. Nach der aktuellen Beruhigung bei den Ölpreisen seien die Chancen gestiegen, dass der Preisdruck in Deutschland und dem Euro-Raum nachlässt. Auch die jüngste Abwertung des Euro dürfte die Konjunktur in der Währungsunion stützen.

Nach den Ifo-Erkenntnissen hat sich vor allem in Westeuropa und Asien das Wirtschaftsklima erheblich abgekühlt. Dagegen ging es in den von der Finanzkrise gebeutelten USA nicht weiter abwärts. Während die derzeitige wirtschaftliche Lage in vielen westeuropäischen Ländern, darunter vor allem Finnland, Österreich, Deutschland und die Niederlande, noch als günstig beurteilt wurde, nahm der Pessimismus für die kommenden Monate für Westeuropa deutlich zu. Als schlecht beurteilten die Experten die aktuelle Situation vor allem in Italien, Spanien und in Großbritannien. "In den USA sind die wirtschaftlichen Erwartungen für die nächsten sechs Monate nicht mehr ganz so pessimistisch wie in der ersten Jahreshälfte", hieß es. Die aktuelle Situation der USA werde jedoch weiterhin negativ eingeschätzt.

Der Weltwirtschaftsklima-Index wird viermal jährlich über eine Befragung von mehr als 1000 Experten aus 92 Ländern ermittelt, die nach ihren Einschätzungen zur aktuellen Lage und den Aussichten für das nächste Halbjahr befragt werden. Aus beiden Werten ermittelt das ifo Institut den Index für das Weltwirtschaftsklima. Die Lage- Einschätzungen gingen demnach im dritten Quartal 2008 von 96,8 Punkten auf 85,8 Punkte zurück, der Erwartungs-Index verschlechterte sich von 66,7 auf 61,4 Punkte.

Für alle Regionen lagen die Inflationserwartungen der Experten spürbar über den tatsächlichen Preissteigerungsraten im vergangenen Jahr. Daher gehen die Experten auch von einer Anhebung der Notenbankzinsen aus. Zu den Einschätzungen hätten auch die in den vergangenen Monaten hohen Ölpreise beigetragen, sagte ifo- Konjunkturexperte Gernot Nerb der Deutschen Presse-Agentur dpa. Da die Befragung Ende Juli abgeschlossen wurde, sei der zwischenzeitliche Ölpreis-Rückgang noch nicht eingeflossen. Es gebe die Hoffnung, dass die Geldpolitik wieder etwas mehr Spielraum gewinne, wenn die Inflationserwartungen den Gipfel überschritten haben, sagte Nerb.

Das Wirtschaftswachstum in den OECD-Staaten hat sich im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal deutlich abgeschwächt, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch in Paris berichtete. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei zum Vorquartal lediglich um 0,2 Prozent gestiegen. Im Auftaktquartal betrug das Wachstum im OECD-Raum noch 0,5 Prozent. Auf Jahressicht sei die Wirtschaft im zweiten Quartal um 1,9 Prozent gewachsen, nach revidierten 2,5 Prozent im Vorquartal. Die Organisation mit Sitz in Paris berät die Regierungen ihrer 30 Mitglieder, nahezu alle Industriestaaten.

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