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Ölförderung in den USA. Foto: Ann Heisenfelt

Wenig Interesse an Ölförderlizenzen in Mexiko

Die Versteigerung von Ölfeldern im Golf von Mexiko sorgt nicht für die erhoffte Euphorie. Nach der Öffnung des Energiemarktes wollen nur wenige Firmen mitbieten. Der niedrige Ölpreis dürfte die Investitionslaune gedämpft haben.

Mexiko-Stadt (dpa) - Die erste Versteigerung von Ölförderlizenzen seit fast 80 Jahren in Mexiko hat nur ein mageres Ergebnis erzielt. Lediglich zwei der 14 Felder fanden bei der ersten Auktion seit dem Ende des staatlichen Monopols einen Abnehmer.

Sie gingen an ein Konsortium aus dem mexikanischen Unternehmen Sierra Oil & Gas, der britischen Premier Oil und der US-Firma Talos Energy.

Insgesamt beteiligten sich neun Unternehmen an der Auktion der Ölfelder im Süden des Golfes von Mexiko. Für acht Blöcke wurden gar keine Angebote abgegeben. In vier Fällen lagen die Offerten unter der Mindestgewinnbeteiligung, die die Regierung gefordert hatte.

Mit nur zwei versteigerten Feldern blieb das Ergebnis deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das Energieministerium hatte erklärt, es rechne mit einer erfolgreichen Versteigerung von rund 30 Prozent der angebotenen Blöcke. Nun konnte es gerade einmal 14,3 Prozent der Felder losschlagen.

"Natürlich hätten wir gerne mehr Beteiligung gesehen", sagte der Leiter der nationalen Energiekommission, Juan Carlos Zepeda. "Unser Ziel ist es, die Staatseinnahmen zu erhöhen. Deshalb haben wir vier Verträge nicht vergeben, bei denen die Gebote unter unserer Mindestforderung lagen."

Der Zeitpunkt der Auktion war für Mexiko denkbar ungünstig. Wegen des niedrigen Ölpreises dürften zahlreiche Unternehmen ihre Investitionen zunächst zurückgestellt haben. Der Barrel-Preis für mexikanisches Öl lag am Mittwoch bei nur 51,15 US-Dollar, etwa die Hälfte des Werts von vor einem Jahr. "Der niedrige Ölpreis hat sicherlich einen Einfluss auf die Investitionslaune gehabt", sagte Zepeda.

Mehrere Firmen hatten sich kurz zuvor aus dem Lizenzverfahren zurückgezogen, darunter auch Mexikos staatlicher Energiekonzern Pemex. Insgesamt haben die am Mittwoch versteigerten Blöcke schätzungsweise eine Förderkapazität von 80 000 Barrel Öl (je 159 Liter) pro Tag.

Die erste Runde der Investorensuche besteht aus fünf Versteigerungen von insgesamt 109 Blöcken. Die Regierung hofft nun auf größeres Interesse bei den nächsten Auktionen. Pemex hatte erklärt, sich auf jeden Fall an der vierten Ausschreibung für Förderrechte in der Tiefsee beteiligen zu wollen.

Mexikos Ölproduktion war von der Rekordmarke von 3,4 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2004 auf zuletzt 2,3 Millionen Barrel zurückgegangen. Damit fiel das nordamerikanische Land hinter Brasilien zurück. Der Rückgang trifft Mexiko hart, weil der Energiekonzern Pemex für etwa 30 Prozent der Staatseinnahmen verantwortlich ist.

Per Verfassungsreform hatte Mexiko zuletzt seinen bislang streng regulierten Energiemarkt geöffnet. Damit sollen frisches Geld und Spezialwissen ins Land geholt werden. Pemex hatte es nach Einschätzung von Experten über Jahrzehnte versäumt, in moderne Technik und Know-how zu investieren.

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