Wenig Kapital, kuriose Idee: Aus Studenten werden Unternehmer

- München - Wenn Studenten sich als Unternehmer versuchen, kommen sie auf allerlei Ideen, auch solche, die für viele auf den ersten Blick abschreckend wirken - wie die von Birgit Schneider und Andreas Herz.

<P>Geräumig, gepflegt, zuweilen pompös: Lange waren Toiletten der Stolz der zivilisierten Welt - zum Beispiel in England. Ein vergessener Stolz: Verdreckte öffentliche Toiletten und ungepflegte Klos in Bars und Café´s gehören häufig zur Tagesordnung - zum Ärger der Gäste und zur Freude von zwei jungen Existenzgründern. Die Münchner Studenten Birgit Schneider und Andreas Herz verdanken dem Niedergang der Klo-Kultur "ihre" Geschäftsidee.</P><P>Lokus Pokus, heißt das Unternehmen. Für Birgit Schneider spricht dieser Firmenname für sich. "Wir verzaubern Münchner Klos", lacht die 21-Jährige. "Ich bin mir sicher, dass wir mit unserer Idee, Toiletten auf Sauberkeit, Ausstattung und Mängel zu überprüfen und dann besonders empfehlenswerte WC's zu zertifizieren, auf eine Marktlücke gestoßen sind."<BR><BR>Ans ganz große Geld denkt die Jungunternehmerin allerdings nicht, wenn sie das sagt. Für Birgit Schneider und Andreas Herz steht etwas ganz anderes im Vordergrund: Als Team treten die beiden Existenzgründer mit ihrer Geschäftsidee beim Fünf-Euro-Business-Wettbewerb der Ludwig-Maximilians-Universität gegen die geballte Kreativität ihrer Mitstudenten an.<BR><BR>"Der Wettbewerb gibt uns die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln, die wir ohne den geschützten Rahmen eines Planspiels vielleicht teuer bezahlen würden", sagt Andreas Herz. "Existenzgründung mit Netz und doppeltem Boden sozusagen." Der 23-jährige Pädagogikstudent hat längst Feuer gefangen. "Welchen Einblick hat man als Student sonst schon in wirtschaftliche Zusammenhänge und rechtliche Kniffe? Was wusste ich denn vorher über Beratungsstellen, Marketing und Zuschüsse?"<BR><BR>Berater-Teams, Anwälte und Paten aus der Wirtschaft haben ihm und seiner Geschäftspartnerin die ersten Schritte auf dem glatten Parkett der Selbstständigkeit leicht gemacht. Und das, obwohl schon der Businessplan auf das verschwindend geringe Startkapital von fünf Euro zugeschnitten werden musste. "Kreativität ist unter diesen Voraussetzungen unbezahlbar", sagt Birgit Schneider. </P><P>Schon der Gang zum Kopiergerät ließ das Firmenkapital auf 50 Cent zusammenschmelzen. "Aber wir hatten unsere Geschäftsgrundlage: 90 zweiseitige Fragebögen speziell für männliche und weibliche Klo-Benutzer", sagt Birgit Schneider. Nie hätte sie gedacht, dass Herren abgesehen von Sauberkeit und Geruch gesteigerten Wert auf einen Aschenbecher in greifbarer Nähe legen und Frauen fast verzweifeln, wenn kein Haken an der Tür sie von Mantel und Handtasche befreit. "Wer sich von uns beraten lässt, kann sich sicher sein, dass die Gäste zumindestens mit dem Toilettenbesuch zufrieden sind." Das, findet die junge Geschäftsfrau, sollte jedem Gastronom 25 Euro wert sein. Spiel hin oder her. Wer den Einsatz riskieren will, Anruf genügt: (089) 92 07 884.<BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Immer teurere Immobilien in deutschen Großstädten
Wohnen wird in den großen Städten immer teurer. Die Bürger müssen sich dabei gleichzeitig auf geringere Reallohnzuwächse einstellen - auch wegen der wieder etwas …
Immer teurere Immobilien in deutschen Großstädten
Solarbranche sieht trotz Solarworld-Pleite neuen Aufschwung
Die Solarworld-Insolvenz kurz vor der Messe Intersolar war eine schmerzhafte Nachricht für die Branche. Doch sie gibt sich zuversichtlich. Rund um Themen wie …
Solarbranche sieht trotz Solarworld-Pleite neuen Aufschwung
Ex-Arcandor-Chef zieht Antrag auf Haftverkürzung zurück
Berlin/Essen (dpa) - Der wegen Anstifung zur Untreue angeklagte frühere Arcandor-Chef Thomas Middelhoff zieht seinen Antrag auf Haftverkürzung zurück. Das sagte seine …
Ex-Arcandor-Chef zieht Antrag auf Haftverkürzung zurück
Bahn-Baustellen sollen Fahrgäste seltener ausbremsen
Mit Rekord-Investitionen steckt die Deutsche Bahn Milliarden in das Eisenbahnnetz. Doch ihre Konkurrenten murren. Sie wollen weniger Vollsperrungen. Und mehr Mitsprache.
Bahn-Baustellen sollen Fahrgäste seltener ausbremsen

Kommentare