Zu wenige Geräte: Neuer Ärger um Lkw-Maut

- Berlin - Der schleppende Einbau von Maut-Geräten in die Lastwagen hat neuen Streit zwischen Fuhrunternehmen und Toll Collect entfacht. Schuld sei Lieferverzug auf Seiten des Mautbetreibers und nicht die fehlende Einbaubereitschaft von Gewerbe und Werkstätten, kritisierte der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) die Betreibergesellschaft.

<P>Für BGL-Geschäftsführer Karlheinz Schmidt steht auch der 1. Januar 2005 als neuer Maut-Starttermin auf dem Spiel. Von Verkehrsminister Manfred Stolpe wird der Termin dagegen nicht angezweifelt. Es gebe genügend Kapazitäten, sagte der Minister. Er rief die Lkw-Besitzer auf, ihre Maut-Geräte jetzt und nicht erst im Herbst montieren zu lassen. Dann profitiere man vom Komfort der vollautomatischen Mautabrechnung. Andere Fuhrunternehmen müssten die manuellen Möglichkeiten wie Internet oder Terminals an den Tankstellen in Anspruch nehmen.<BR><BR>Wie jetzt beim BGL bekannt wurde, benötigt Toll Collect für eine störungsfreie Maut-Elektronik einen so genannte Impulsgeber. "Der ist aber nicht lieferbar und kostet uns 125 Euro pro Stück, wie wir jetzt aus den Werkstätten erfahren", sagte Schmidt. Die Maut-Geräte an sich, die die Größe eines Autoradios haben, bleiben dagegen für die Lkw-Besitzer kostenfrei und im Eigentum von Toll Collect.<BR><BR>Es sei nicht so, wie Toll Collect zuvor erklärt hatte, dass der schleppende Einbau in den Werkstätten in der Verantwortung der Spediteure und sonstigen Lkw-Eigentümer liege. "Das lassen wir nicht auf uns sitzen", sagte Schmidt.<BR><BR>Von 500 000 für dieses Jahr angekündigten Geräten sind laut Toll Collect erst 20 000 in Lkw eingebaut. Siemens und Grundig hätten 600 000 Einheiten gebaut, die vom Toll-Collect-Werk in Simmern mit den wichtigsten Daten gefüttert werden. So aufbereitet und auf dem Weg zur Werkstatt seien derzeit etwas mehr als 100 000 Geräte. Bisher lägen etwa 250 000 Bestellungen vor.<BR><BR>Der schleppende Einbau der Mautgeräte hat viereinhalb Monate vor dem geplanten Mautstart auch die Opposition im Bundestag aufgeschreckt. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Dirk Fischer, forderte Stolpe auf, "noch wichtige Hausaufgaben zu erledigen". Bis zum Januar müsse das System funktionieren. Zudem seien die offenen Harmonisierungsfragen der EU und das Schiedsgerichtsverfahren mit den Konsorten von Toll-Collect - der Telekom und Daimler-Chrysler abzuschließen.<BR><BR></P>

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