Nur wenige Labore überzeugen

Im Internet gibt es unzählige Anbieter für Fotodienste. Hinter den meisten stecken allerdings lediglich vier Großlabore. Stiftung Warentest hat bei zwölf Anbietern Fotokalender bestellt.

Der Test ergab gute und mangelhafte Ergebnisse: Vom perfekten Fotokalender bis zum Fehldruck war alles dabei.

Ob als Geschenk oder Urlaubserinnerung, Fotokalender liegen im Trend. Die Zeiten, in denen die Bilder nach dem Urlaub mühsam entwickelt und aufgeklebt werden mussten, sind vorbei. Fotodienste erleichtern heute das Basteln. Bequem kann man Bilder Zuhause am Computer hochladen und den Kalender selbst gestalten. Die Anbieter arbeiten mit Layoutvorlagen und vorgefertigten Designs. Der Kunde kann aber auch kreativ werden und seinem Kalender eine ganz persönliche Note verleihen. Bereits wenige Tage später ist der Fotokalender im Briefkasten.

Viele Anbieter, aber nur vier Großlabore

Viele Anbieter buhlen um die Gunst der Kunden: Drogerien, Elektronikmärkte, Internetfirmen und sogar Lebensmitteldiscounter. Hinter den meisten verbirgt sich eine Handvoll Großlabore: Allcop, Cewe, Fujifilm und Orwo. Händler wie Aldi, dm, Lidl und Saturn treten nur als Vermittler auf. Ihre Aufträge leiten sie an einen der vier Großlaborbetreiber weiter. Die Labore stellen die Software zur Verfügung und drucken die Kalender.

Bei zwölf Anbietern hat die unabhängige Stiftung Warentest Wandkalender bestellt und deren Qualität ausgewertet. Die Testergebnisse wurden in der Oktober-Ausgabe des Test-Hefts veröffentlicht.

Cewe: Brillante Farbe, top Auflösung

Cewe druckt an fünf Standorten in Deutschland unter anderem für dm, FotoInsight, OnlineFotoservice und Promarkt. Diese vier Anbieter belegten im Test die ersten Plätze. Für den Drogeriemarkt dm druckt allerdings nicht nur Cewe, sondern auch Allcop.

Die Cewe-Fotokalender zeigten gleichbleibend brillante Farben, eine feine Auflösung und ausgewogenen Kontrast. Auch die über Saturn bestellten Kalender kamen von Cewe, allerdings mit leichten Fehlern. Unterm Strich lieferte Cewe dennoch die höchste Qualität im Test.

Kalender von Aldi enttäuschen

Ganz anders Orwo: Das Unternehmen druckt unter anderem für Aldi und Rossmann. Je ein Kalender kam mit deutlichen Farbaussetzern aus dem Labor. Auch die übrigen für Aldi und Rossmann gedruckten Kalender sahen mäßig aus. Bilder waren teilweise zu hell oder hatten zu viel Kontrast. Bei Aldi gibt es für die Bild- und Materialqualität die Note ausreichend, insgesamt wurde der Discounter mit 3,3 bewertet.

Für Rossmann druckt nicht nur Orwo, sondern auch Fujifilm und Allcop. Bild- und Materialqualität waren hier gerade noch befriedigend, insgesamt Note 3. Bei der Bewertung wurden Bild- und Materialqualität (35 Prozent), Angebotsumfang (10 Prozent), Kalendererstellung (20 Prozent), Bestellabwicklung (20 Prozent) und Website (15 Prozent) berücksichtigt.

Fotos automatisch verbessert

Bei fast allen Fotodiensten können Besteller ihre Fotos automatisch verbessern lassen. Das Labor passt Farben und Kontraste an, entfernt rote Augen, hellt Schatten auf – je nachdem ob die Software Strandszenen, Schneelandschaften oder Gesichter erkennt. Mit wenig Aufwand geknipste Urlaubsfotos verbessern sich dadurch oft.

Im Test wurden vor allem professionell erstellte Bilder verwendet, die Kalender wurden ohne Bildoptimierung geordert. Trotzdem traten bei allen Anbietern Veränderungen zum Original auf. Farbschwankungen wurden glattgebügelt, Konturen teilweise leicht geschärft und Farben manchmal übersättigt. Ärgerlich für Fotografen, die genau das nicht wollen. Everpixx veränderte Fotos besonders deutlich: An Kanten entstanden weiße Ränder. Die Sonne bekam einen grünen Kranz. Farben waren übersättigt.

Fotopapier: Aufpreis lohnt nicht immer

Im Test wurden Fotokalender auf Normalpapier bestellt. Exemplarisch orderte Stiftung Warentest zusätzlich bei vier Anbietern – gegen Aufpreis – Kalender auf Fotopapier. Der Unterschied besteht darin, dass beim Fotopapier die Bildern nicht ausgedruckt, sondern auf dem Papier entwickelt werden. Bei Rossmann verbesserte sich dadurch die Qualität. Bei dm und OnlineFotoservice sahen die ausbelichteten Kalender dagegen deutlich schlechter aus als die gedruckten. Fazit: Wer Kalender auf Fotopapier bevorzugt, bekommt nicht immer bessere Qualität.

Kein Rückgaberecht bei Nichtgefallen

Wer mit dem gelieferten Kalender unzufrieden ist, hat oft schlechte Karten. Trotz Onlinebestellung besteht kein Widerrufs- und Rückgaberecht. Der Grund: Die Labore drucken individuell nach den Wünschen des Bestellers. Reklamationen akzeptieren die Anbieter nur, wenn der Kalender nicht dem technischen Standard entspricht. Im Klartext: Kalender mit Farbaussetzern wie bei Aldi und Rossmann lassen sich reklamieren. Tippfehler oder zu niedrige Auflösung der Fotos begründen dagegen keinen Ersatzanspruch. Die Ausnahme: Die Cewe-Partner im Test sowie Rossmann versprechen volle Kostenerstattung bei Unzufriedenheit.

Lieferzeit zwischen drei und 15 Tagen

Empfehlenswert ist es, Kalender im Oktober oder November zu bestellen. Die Labore sind dann nicht so ausgelastet wie kurz vor Weihnachten. Soll der Kalender verschenkt werden, muss ausreichend Lieferzeit eingerechnet werden. Im Test kamen die Kalender von Photographerbook am schnellsten – im Schnitt nach drei Tagen. Auf Platz zwei und drei lagen Lidl und Rossmann mit durchschnittlich 4,3 Tagen. Printeria brauchte mit 15 Werktagen am längsten.  mm

Rubriklistenbild: © dpa

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