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Drückt die Wirtschaftskrise auf den Bierkonsum?

Weniger Bierkonsum durch Wirtschaftskrise?

München - Die Wirtschaftskrise trübt nach Einschätzung der Bierbrauer die Trinkfreude der Bayern. "Der Januar macht keinen Grund zum Optimismus. Besonders die Gastronomie wird leiden", sagte der Präsident des Bayerischen Brauerbundes, Michael Weiß, am Donnerstag in München.

Die Absatzzahlen der Brauereien seien eingebrochen. "Eigentlich hätten wir in meiner Brauerei Kurzarbeit einführen müssen, das ist nur beim Bierbrauen nicht so einfach möglich", sagte Weiß, der davon ausging, dass einige Brauereien in diesem Jahr die Bierpreise erhöhen müssten.

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Im Schnitt erwarte die Bierbranche für das Jahr 2009 einen Umsatzrückgang von etwa drei Prozent. Schon 2008 sei weniger Bier verkauft worden als im Jahr davor. Der Gesamtabsatz der bayerischen Brauereien ging um 1,3 Prozent auf rund 22,6 Millionen Hektoliter zurück. Dabei profitierten die Brauer noch von guten Exportzahlen. Besonders US-Amerikaner, Italiener und Österreicher tränken gerne bayerisches Bier. Mehr als 15 Prozent des im Freistaat gebrauten Bieres wurden nach Angaben des Brauerbundes ins Ausland geliefert.

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Für den Absatzrückgang sei aber nicht allein die Wirtschaftskrise verantwortlich. Grund sei auch, dass die Menschen im Freistaat und bundesweit lieber zu Wasser als zum Alkohol griffen. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Bier sei in Deutschland seit 1991 um 21 Prozent auf knapp über 110 Liter gesunken. Im Jahr 1976 hatte jeder Deutsche im Schnitt noch mehr als 150 Liter Bier im Jahr getrunken. Mit einem steigenden Bierkonsum sei allein schon aufgrund der Altersstruktur nicht zu rechen, sagte Weiß. "Es wird immer weniger Menschen geben, die im trinkfähigen und intensiv trinkfreudigen Alter sind. Die Spielwarenbranche merkt diese Entwicklung früh, wir etwa 20 Jahre später."

Der Brauerpräsident kritisierte Pläne der Bundesregierung für ein Nationales Aktionsprogramm zur Alkoholprävention, das zum Ziel hat, den durchschnittlichen Alkoholkonsum zu senken und unter anderem auch die Senkung der Promillegrenze im Straßenverkehr vorsieht. Sollte diese Grenze gesenkt werden, bedeute das für den Bierkonsum in Gaststätten einen Rückgang von bis zu 30 Prozent, prognostizierte Weiß, der ankündigte, sich bei der Staatsregierung für einen "bayerischen Sonderweg" einsetzen zu wollen.

Weiß warf der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), Aktionismus vor. Da der durchschnittliche Alkoholkonsum sinke, Alkoholmissbrauch aber zum immer größeren Problem werde, bestehe zwischen diesen beiden Größen kein Zusammenhang, sagte Weiß. Der Brauerbund wolle sich gegen einen aufgezwungenen "als idealtypisch festgelegten Lebenswandel" wehren.

dpa


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