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Die Nachfrage nach Lehrlingen nimmt zu.

Ausbildung 2009

Weniger Lehrstellen - noch weniger Bewerber

München - Die Wirtschaftskrise erfasst den Ausbildungsmarkt. Unternehmen bieten für dieses Jahr weniger Ausbildungsplätze für das im September beginnende neue Lehrjahr an.

Zumindest sind bis Ende Mai nicht so viele neue Verträge zustandegekommen wie Ende Mai 2008. Das ist ein erstes Warnzeichen, aber noch kein Grund, um von einer Ausbildungskrise zu sprechen, sagt Thilo Pahl, Ausbildungsexperte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin gegenüber unserer Zeitung.

Bundesweit verzeichnet der DIHK bei Industrie, Handel und Dienstleistungen ein Minus von knapp sechs Prozent. Die Handwerker melden einen Rückgang von rund zehn Prozent. In Bayern sieht die Situation allerdings besser aus: bei der IHK gingen bis Ende Mai über 7700 neu abgeschlossene Lehrverträge ein – das sind 1,1 Prozent oder 86 Stück weniger als 2008 – und bei der Handwerkskammer waren es mit über 2000 neuen Verträgen rund sieben Prozent weniger. Konkret heißt das, dass im Raum München und Oberbayern 30 Verträge weniger eingegangen sind. „Das muss noch nichts heißen“, sagt HWK-Sprecher Rudolf Baier. Auch Bayerns IHK-Chef Peter Driessen sieht in diesen Zahlen „keinen Grund zur Panik für junge Leute“.

Zum einen sei es normal, dass gerade kleine und mittlere Betriebe Ausbildungsverträge erst im Sommer abschließen. Der größte Schwung an Unterschriften wird also erst in den kommenden zwei Monaten geleistet. „Einige Firmen zögern vielleicht noch ein bisschen und wollen die weitere wirtschaftliche Entwicklung abwarten“, sagt Baier. Aber er rechnet nicht mit enormen Rückgängen.

Leere Lehrstellen und enorme Nachfrage

Zum anderen war 2008 ein absolutes Rekordjahr mit bundesweit über 600.000 neuen Lehrverträgen. „Jetzt bewegen wir uns auf dem immer noch sehr guten Niveau von 2007“, erklärt Pahl vom DIHK. Bei all den Rechnungen darf man auch nicht vergessen, dass 2008 viele Lehrstellen unbesetzt geblieben sind und die Zahl der Schulabgänger mit jedem Jahr sinkt.

„Das ist kein Nachfrage-Markt mehr, sondern ein Anbieter-Markt. Das ist in diesem Jahr genauso der Fall wie auch 2010“, betont IHK-Chef Driessen. Allein die Arbeitsagentur München meldet für ihren Einzugsbereich (u.a. auch Dachau, Starnberg und Fürstenfeldbruck) bis Ende Mai elf Prozent weniger Bewerber für eine Berufsausbildung als im Vorjahr, wo die oberbayerischen Handwerksbetriebe jede dritte Lehrstelle nicht besetzen konnten. Und auch Oberbayerns Industrie, Handel und Dienstleistungsbetriebe hätten über 3000 Jugendliche zusätzlich ausbilden können.

Die Nachfrage nach Lehrlingen nimmt grundsätzlich zu: Über 600 bayerische Betriebe haben sich in diesem Jahr erstmals mit dem Wunsch auszubilden an die IHK gewandt. „Das sind über sechs Prozent mehr als im vergangenen Jahr“, sagt Driessen.

Von Stefanie Backs

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