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Weltweit haben Naturkatastrophen wie Stürme und Erdbeben im vergangenen Jahr weniger Menschenleben gefordert und geringere Schäden angerichtet.

Munich Re:

Naturkatastrophen fordern weniger Todesopfer

München - Die Schäden durch Wetterextreme und Erdbeben sind im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Ob 2015 ein ähnlich glimpfliches Naturkatastrophen-Jahr wird, lässt sich aber nicht vorhersagen.

Weltweit haben Naturkatastrophen wie Stürme, Erdbeben und Überschwemmungen im vergangenen Jahr weniger Menschenleben gefordert und geringere Schäden angerichtet. Rund 7700 Menschen seien bei Naturkatastrophen ums Leben gekommen, teilte der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Mittwoch in München mit. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch weltweit 21.000 Todesopfer registriert. „Dass die Naturkatastrophen im vergangenen Jahr weniger Menschenleben gekostet haben, ist - bei aller Tragik im Einzelfall - eine gute Nachricht“, erklärte Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek. „Und diese Entwicklung ist nicht nur zufällig. Vielerorts funktionierten Frühwarnsysteme besser.“

Die Gesamtschäden durch Naturkatastrophen summierten sich im vergangenen Jahr auf 110 Milliarden Dollar (rund 92 Mrd Euro), davon waren 31 Milliarden Dollar versichert. Die Summen sind nur gut halb so hoch wie im Schnitt der vorangegangenen zehn Jahre. Das weltweit teuerste Ereignis gemessen am Gesamtschaden war mit sieben Milliarden Dollar der Zyklon Hudhud, der im Oktober in Indien wütete. 2013 hatte unter anderem eine Reihe schwerer Unwetter in Europa die Naturkatastrophenschäden in die Höhe getrieben - insgesamt schlugen sie mit 140 Milliarden Dollar zu Buche, davon waren 39 Milliarden Dollar versichert.

„Die in 2014 niedrigeren Schäden dürfen uns aber nicht in Sicherheit wiegen, denn insgesamt hat sich die Risikosituation nicht verändert“, erklärte Jeworrek. „Es gibt keinen Anlass, für 2015 einen ähnlich gemäßigten Verlauf zu erwarten.“ Eine Vorhersage für ein einzelnes Jahr sei aber nicht möglich.

Bei gut neun von zehn schadenträchtigen Naturkatastrophen handelte es sich im vergangenen Jahr um Wetterereignisse. Dabei sei die Hurrikan-Saison im Nordatlantik mit lediglich acht starken Stürmen auffällig ruhig verlaufen, der langfristige Durchschnitt liege bei elf starken Stürmen. Im Ostpazifik dagegen zählte die Munich Re weit überdurchschnittlich viele tropische Wirbelstürme, die aber zumeist an Land keine Auswirkungen hatten.

Der Zyklon Hudhud traf im Oktober bei der indischen Hafenstadt Visakhapatnam aufs Land. Der Sturm erreichte Windgeschwindigkeiten von mehr als 190 Stundenkilometern und brachte teils mehr als 120 Liter Regen pro Quadratmeter in 24 Stunden mit sich. Dank der Warnungen des indischen Wetterdienstes hätten die Behörden etwa eine halbe Million Menschen in sichere Unterkünfte bringen können, hieß es.

dpa

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