Weniger Weihnachtsgeld wegen Konjunkturkrise

- Hamburg - Wegen der angeschlagenen Konjunktur müssen viele Arbeitnehmer in diesem Jahr mit Abstrichen beim Weihnachtsgeld rechnen. Vor allem im Einzelhandel und vereinzelt im Hotel- und Gaststättengewerbe erwarten Branchenverbände Kürzungen.

<P>In der Bauwirtschaft wird noch über eine Senkung des tariflich fixierten Weihnachtsgeldes verhandelt. Dagegen gaben Großkonzerne quer durch alle Branchen in einer dpa-Umfrage an, die betriebsintern oder tariflich vereinbarte Zahlung unverändert zu leisten.</P><P>In tarifgebundenen Unternehmen in Deutschland werden die meisten Beschäftigten somit trotz der schlechten Konjunktur auch in diesem Jahr Weihnachtsgeld erhalten. "Die tariflichen Regelungen zum Weihnachtsgeld sind relativ stabil", sagte der Tarifexperte der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, Reinhard Bispinck, in einem dpa-Gespräch.</P><P>Für fast 98 Prozent der von Tarifverträgen erfassten westdeutschen Arbeitnehmer seien Jahres-Sonderzahlungen festgeschrieben. In Ostdeutschland hätten 89 Prozent der Mitarbeiter in tarifgebundenen Betrieben einen solchen Anspruch.</P><P>"Der Tarifvertrag ist ein Schutz gegen ein schnelles Beschneiden dieser Leistung", sagte Bispinck. In einzelnen Branchen wie der Chemieindustrie könne das Weihnachtsgeld aber vom Gewinn des Unternehmens abhängig gemacht werden. In Ausnahmefällen gebe es auch Tarifverträge, die kein Weihnachtsgeld vorsähen. Außerdem bestehe für einen Teil der Unternehmer die Möglichkeit, über eine so genannte Härtefallklausel das Weihnachtsgeld in einem Jahr zu kürzen oder später auszuzahlen. Dafür müsse aber eine Krisensituation vorliegen.</P><P>Die Höhe des tariflichen Weihnachtsgeldes reicht nach Angaben von Bispinck von 55 Prozent eines Monatsentgeltes in der Metallindustrie bis zu 100 Prozent im privaten Bankgewerbe.</P>

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