Wenigstens keine Finanzprobleme bei der FC Bayern AG

- München - Auch ohne Titelgewinn ist die auslaufende Saison für Deutschlands Vorzeigefußballclub Bayern München zumindest finanziell kein Debakel. Die hinter dem Verein stehende Aktiengesellschaft werde die Spielzeit 2003/04 mit stagnierenden Umsätzen von rund 163 Millionen Euro und ohne Verlust abschließen, sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem Verlust der Meisterschaft in München. Schon im Vorjahr hatten die Münchner aber nur 0,4 Millionen Euro Nachsteuergewinn verbucht. "Finanziell bereitet uns dieses Jahr keine Kopfschmerzen", beteuerte Rummenigge.

<P>Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Mannschaft ihre Champions-League-Teilnahme für nächstes Jahr nicht doch noch verspielt. Denn die sei kalkulatorisch mit minimal 15 Millionen Euro Einnahmen mittlerweile ein Muss. Ohnehin seien die Zeiten der stolzen Gewinne vorbei, seit ein Vertrag mit dem Medienimperium von Leo Kirch nach dessen Pleite weggebrochen ist. Der hätte den Münchnern 2004 rund 25 Millionen Euro gebracht. </P><P>Die Nackenschläge dieses Jahres, zu denen auch der Korruptionsskandal um das neue Münchner Fußballstadion zählt, würden die Bayern aber nicht in Finanznot bringen, betonte Rummenigge. Die Liquidität der Fußball-AG sei vielmehr "so gut wie nie zuvor". Ob sie zum Bilanzstichtag am 30. Juni über 100 Millionen Euro beträgt, hänge davon ab, welche Spieler neu verpflichtet würden. <BR><BR>Keine grundsätzlichen Probleme sieht er für den Neubau des Münchner Fußballstadions. Das gelte auch für den Fall, dass Ortsrivale TSV 1860, der die Allianz-Arena mitfinanziert, in die zweite Liga absteigt. Ein solches Szenario sei einkalkuliert und finanziell überbrückbar, vorausgesetzt die "Löwen" würden nicht mehrere Jahre in der zweiten Liga spielen. Der FC Bayern selbst plane damit, dass bei seinen Spielen die Allianz-Arena, in der 2005 erstmals gekickt werden soll, auf fünf Jahre hinweg ausverkauft ist. Das sei realistisch, sagte Rummenigge. <BR><BR>Über sportlich magere Zeiten retten sich die Bayern derzeit mit ihren Marketing- und Sponsoringpartnern hinweg. Dazu zählt auch die HypoVereinsbank, mit der der Club die Auflage einer Anleihe für Fans erwägt, verriet der Bayern-Vorstand. Details dazu nannte er nicht. Beim Sponsoring sei Bayern "Weltmarktführer", sagte Rummenigge. Die Aufnahme eines weiteren Großaktionäres neben Adidas oder ein Börsengang des Vereins seien dagegen nicht in Sicht. Er sei prinzipiell skeptisch, ob Fußball und Börse eine gute Kombination sei, sagte der Bayern-Chef, der den Wert des eigenen Clubs auf 750 Millionen Euro taxiert.</P>

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