Wenn die Eigenheimzulage fällt: Was Bauwillige beachten müssen

- Die Bundesregierung will die vor sieben Jahren eingeführte Eigenheimzulage abschaffen. Nach den Berliner Plänen könnte sie zum 1. Januar 2004 wegfallen. Bauherren, die fest vorhatten, im nächsten Jahr oder wenig später ein Haus zu erwerben, sollten ihre Entscheidung womöglich auf dieses Jahr vorziehen, um noch in den Genuss der Förderung zu kommen.

<P>Die derzeit gültige Eigenheimzulage für einen Neubau besteht aus einer jährlichen Grundförderung von 2556 Euro und einer Kinderzulage von 767 Euro je Kind und Jahr. Sie wird acht Jahre lang gezahlt. Die Einkommensgrenzen liegen bei 40 904 Euro für einen Ledigen und 81 807 Euro Durchschnittseinkommen für Verheiratete. Pro Kind erhöht sich die Einkommensgrenze um 15 339 Euro. Die Grundförderung für den Kauf eines Altbaus oder eine Erweiterung beträgt nur 1278 Euro im Jahr.<BR><BR>Eine vierköpfige Familie, die nicht mehr als 112 485 Euro im Jahr verdient, wird mit insgesamt 32 720 Euro subventioniert. Für viele Familien ist die Förderung ein Anreiz, Wohneigentum zu erwerben, vor allem auf dem Land, wo Bauen erschwinglich ist. Anders sieht es in Ballungszentren aus, in denen die Baugrundstücke so exorbitant hoch sind, dass 32 000 Euro mehr oder weniger nicht ins Gewicht fallen. Wer in München fast eine Million Euro für ein freistehendes Haus finanzieren kann, nimmt die Zulage gerne mit, wird aber kaum auf sie angewiesen sein. <BR><BR>Bei einem Haus auf dem Land für 300 000 Euro ist die Förderung von über 10 Prozent doch ganz erheblich. "Wer schon fest den Bau eines Hauses geplant hat, sollte diesen vorziehen, wenn er kann, um die jetzige Eigenheimzulage zu bekommen", sagt Joachim Klein, Sprecher der LBS Landesbausparkasse Bayern in München. Die Ankündigung, die Förderung zu streichen, verführt auch zu einer gewissen Hektik, wovon abzuraten sei. </P><P>Nicht zur Hektik verleiten lassen</P><P>Auch Stephan Kippes vom Ring Deutscher Makler in Bayern rät zum Kauf: wegen der derzeit tiefen Zinsen und niedrigen Immobilienpreisen und weil auch "das Angebot stimmt". An der Eigenheimzulage kritisiert Kippes, dass die unterschiedlichen Immobilienpreise nicht berücksichtigt werden und dass Gebrauchtwohnungen nur zur Hälfte gefördert werden. "In München, wo die Menschen wegen der hohen Preise auf Gebrauchtwohnungen ausweichen müssen, werden sie noch bestraft", sagte Kippes.<BR><BR>Der Deutsche Mieterbund nannte die Abschaffung der Eigenheimzulage in ihrer bisherigen Form richtig. "Mitnahmeeffekte müssen ausgeschlossen werden, und es muss sichergestellt sein, dass staatliche Subventionen nicht gleichzeitig Leerstände und Stadtflucht fördern", erklärte Mieterbund-Direktor Franz-Georg Rips in Berlin. Er forderte, Investitionszulagen mit einer Regionalkomponente oder einer Stadtzulage zu schaffen.<BR><BR>Nach Abschaffung der Eigenheimzulage will die Bundesregierung gezielt junge Familien fördern und mehr für die Belebung der Innenstädte tun. In den kommenden acht Jahren sollen elf Milliarden Euro für die neue Städtebauförderung eingesetzt werden, sagte der parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Achim Großmann. Auch wenn die Bundesregierung die neue Städtebauförderung noch nicht im Detail ausgearbeitet hat, soll vor allem dem Sanierungsbedarf in den Städten stärker Rechnung getragen werden. </P><P>Damit könne das Wohnen für Familien und Kinder verbessert werden, sagte Großmann. Neubauten sollten nur in Einzelfällen, etwa als Lückenbebauung, gefördert werden. Die Bundesregierung werde 25 Prozent der eingesparten Mittel der Eigenheimzulage für das neue Städtebauprogramm ausgeben.</P>

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