Wenn die Miete ausbleibt: Wie Hausbesitzer reagieren sollten

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<P>Die steigende Zahl der Privatinsolvenzen bringt viele Menschen auch bei der Mietzahlung in Bedrängnis. So belaufen sich die Mietausfälle allein der privaten Vermieter auf 1,9 Milliarden Euro, wie Experten schätzen. Das schreckt viele Immobilieneigentümer davon ab, zum Vermieter zu werden. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es gar nicht so einfach ist, einem säumigen Mieter wieder zu kündigen.</P><P>"Bleibt die Mietzahlung aus, sollte der Vermieter umgehend reagieren und die Gründe für den Zahlungsverzug herausfinden - durchaus erst mal telefonisch", rät Ulrich Germer, Rechtsanwalt aus Frankfurt. Länger als eine Woche sollte der Vermieter nicht warten, bis er seinen Mieter kontaktiert. Er kann sich auch gleich schriftlich mit einer Mahnung zu Wort melden, darin auf den Mietrückstand aufmerksam ma-<BR>Mahnverfahren sind teuer und meist langwierig</P><P>chen, ein gerichtliches Mahnverfahren androhen und darauf bestehen, dass der Betrag umgehend überwiesen wird.<BR>Reagiert der Mieter nicht, kann der Vermieter das Mahnverfahren beim Amtsgericht, in dessen Bezirk das vermietete Objekt liegt, einleiten. Formulare dafür gibt es im Schreibwarenhandel. Die Verfahren sind allerdings kostenaufwändig und oft langwierig - und letztlich ist bei den säumigen Mietern meist nicht viel zu holen. Während der Dauer des Verfahrens muss der Vermieter sogar noch weitere Ausfälle in Kauf nehmen. Um die zu begrenzen, sollte er seinem Mieter so schnell wie möglich fristlos kündigen. Dazu muss der Zahlungsrückstand aber mindestens zwei Monatsmieten betragen.</P><P>Ist der Mieter trotzdem nicht zum Auszug zu bewegen, hilft oft nur noch eine Räumungsklage. Für den Vermieter ist das häufig die schlechteste Lösung. Er bleibt in der Regel auf den Anwalts- und Gerichtskosten sitzen, muss zusätzlich für die Kosten der Räumung aufkommen, das Mobiliar der Wohnung am Ende noch unterstellen oder versteigern.</P><P>Deshalb sollte der Vermieter unbedingt zum frühestmöglichen Zeitpunkt auf eine Einigung mit dem Mieter drängen, ihm unter Umständen sogar bei der Suche einer günstigeren Wohnung helfen.</P><P>Aber auch wenn der Mieter pünktlich die Miete überweist, kann es im Interesse des Vermieters sein, ihn loszuwerden. Etwa weil es häufig Ruhestörungen gibt, der Mieter die Nebenkostenabrechnung bemängelt oder unerlaubt Haustiere hält. Für eine Kündigung muss der Vermieter jedoch Gründe haben. Etwa, dass der Mieter die vertraglichen Pflichten massiv verletzt oder der Vermieter Eigenbedarf nachweist.</P><P>Eigenbedarf anmelden hilft mitunter nichts </P><P>Mancher Mieter ist aber trotzdem nicht zum Auszug zu bewegen. Macht der Vermieter Eigenbedarf geltend und weist der Mieter nach, dass ein Umzug wegen schwerer Krankheit, hohem Alter oder geringem Einkommen unzumutbar ist, schaut der Vermieter in die Röhre.<BR><BR>Weigert sich der Mieter auszuziehen, obwohl der Vermieter im Recht ist, hilft auch hier wieder nur eine Räumungsklage. Im Laufe der Gerichtsverhandlung zeichnet sich dann meist ein Vergleich ab, der in der Regel auch für den Vermieter kostengünstiger ist: Der Mieter willigt ein, auszuziehen, dafür muss der Vermieter eine Ersatzwohnung finden, eine Entschädigung bezahlen oder die Renovierung erlassen.<BR></P>

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