Wenn es ohne Mama gehen muss: Haushaltshilfen von Krankenkassen

- Ohne Mama geht in den meisten Familien nichts. Aber auch Mütter werden mal krank, wollen sich bei einer Kur erholen oder können den Haushalt nicht führen, weil sie vor einer Entbindung stehen. In diesen Fällen stellen oder vermitteln die gesetzlichen Krankenkassen unter Voraussetzungen eine Haushaltshilfe und übernehmen die Kosten.

<P>Eine Bedingung ist, dass niemand sonst im Haushalt lebt, der die anfallende Arbeit erledigen könnte, etwa eine volljährige Schwester. Die auswärts wohnende Großmutter ist kein Hinderungsgrund für die Inanspruchnahme einer Haushaltshilfe auf Kassenkosten. Außerdem schreibt das Gesetz vor, dass in der Regel mindestens ein Kind unter zwölf Jahren (oder ein behindertes Kind) zur Familie gehören muss. Manche Krankenkassen stellen oder finanzieren aber auch dann eine Haushaltshilfe, wenn die Kinder 14 Jahre alt sind.</P><P>In der Regel wird die Haushaltshilfe wegen einer Krankenhausbehandlung der Mutter benötigt. Weitere Gründe sind die Teilnahme an einer Kur, für die die Krankenkasse zumindest teilweise die Kosten übernimmt, bei häuslicher Krankenpflege anstelle einer Krankenhausbehandlung oder der nahenden Geburt eines Kindes. In anderen schweren Krankheitsfällen kann eine Kostenübernahme bis zu 52 Wochen erwartet werden _ je nach Krankenkasse.</P><P>Nachweis<BR>Als Nachweis, dass der Haushalt wegen akuter oder schwerer Krankheit nicht weitergeführt werden kann, ist eine ärztliche Bescheinigung erforderlich.</P><P>Schwangerschaft<BR>Für Frauen, die wegen einer Schwangerschaft oder einer Entbindung Unterstützung brauchen, stellen die Krankenkassen im Regelfall eine Haushaltshilfe - unabhängig davon, ob bereits Kinder im Haushalt leben. Wie lange und wie viele Stunden pro Tag eine solche Hilfe in die Familie kommt, hängt vom Einzelfall ab. Die Kassen informieren auch darüber, welche Einrichtungen Haushaltshilfen zur Verfügung stellen.</P><P>Freunde als Helfer<BR>Oft bieten Familienangehörige, Nachbarn oder Freunde ihre Unterstützung an. Wer in Eigeninitiative eine Haushaltshilfe findet, sollte sich vorher wegen der Kostenübernahme mit seiner Krankenkasse in Verbindung setzen. Übernimmt beispielsweise eine Verwandte die Aufgaben einer Haushaltshilfe, so trägt die Krankenkasse die anfallenden Fahrkosten und einen Verdienstausfall "in angemessener Höhe". Das gilt für "Ersatzkräfte", die mit der Versicherten weder bis zum 2. Grad verwandt noch verschwägert sind. Verwandte bis zum 2. Grad sind Eltern, Kinder, Großeltern, Enkelkinder und Geschwister. Verschwägerte bis zum 2. Grad sind Stiefeltern, -kinder, Stiefenkel, Schwiegereltern, -enkel, Ehegatten der Enkelkinder, Großeltern des Ehegatten, Stiefgroßeltern, Schwager und Schwägerin.</P><P>Erstattungssumme<BR>Abhängig von der Zahl der zu betreuenden Kinder werden die täglichen Erstattungshöchstbeträge gestaffelt. Bei einem Kind gibt es bis zu 30 Euro pro Tag, bei zwei bis zu 36 Euro. Das entspricht Monatssätzen von 900 beziehungsweise 1080 Euro. Der Höchstbetrag macht (bei mindestens vier Kindern) 1800 Euro im Monat aus.</P><P>Gerichts-Entscheide<BR>Unterbricht ein Vater seine Beschäftigung vorübergehend, um die Kinder zu versorgen, weil seine Frau im Krankenhaus liegt, so braucht die Krankenkasse seinen Verdienstausfall nur für maximal zwei Monate zu zahlen, weil die Haushaltsführung nur eine Übergangslösung sein soll. Bleibt der Vater darüber hinaus seiner Arbeit fern, so hat er den Haushalt "übernommen" _ mit der Folge, dass er nicht mehr als "Haushaltshilfe" zählt (Bundessozialgericht, Az.: B 1 KR 15/99 R).<BR></P><P>Benötigt eine gesetzlich Krankenversicherte eine Haushaltshilfe, weil sie ihren Haushalt mit zwei kleinen Kindern vorübergehend nicht betreuen kann, so muss ihr die Krankenkasse - falls sie keine eigene Kraft zur Verfügung hat - vollen Kostenersatz für eine professionelle Haushaltshilfe leisten (hier: 5650 Euro für 7 Wochen) und darf sie nicht auf "angemessene Kosten" (hier: 2500 Euro) verweisen (Landessozialgericht Niedersachsen, Az.: L 4 KR 44/98).</P>

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