Wenn der Taxifahrer Umwege und der Handwerker zweimal fährt

- Ob im Restaurant, im Kaufhaus oder im Taxi - in allen möglichen Lebenslagen kommt es zu Konflikten zwischen Anbietern von Waren oder Dienstleistungen und den Interessenten dafür. Wer in welcher Situation im Recht ist, zeigen die folgenden Fragen und Antworten:

<P>Im Taxi</P><P>Man kennt die Fahrstrecke genau und merkt, dass der Taxifahrer einen Umweg gemacht hat. Muss man trotzdem den vollen Preis zahlen? Nein. Nur so viel, wie für den korrekten kürzesten Weg fällig wäre - es sei denn, die normale Strecke ist gesperrt oder "verstopft". Stellt der Fahrer sich stur, lässt man sich eine Quittung geben - mit Rechnungsbetrag und Fahrstrecke. Notieren Sie sich die Ordnungsnummer (steht rechts im Rückfenster) oder das Kfz-Zeichen, und wenden Sie sich an den Taxi-Verband.<BR><BR>Das bestellte Taxi kommt ewig nicht. Kann man ein anderes nehmen? Ja. Verpasst man wegen einer erheblichen Verspätung einen wichtigen Termin oder sein Flugzeug, muss das Taxi-Unternehmen unter Umständen sogar Schadenersatz leisten. Allerdings: Man muss schon bei der Bestellung dazu gesagt haben, dass es eilt.<BR><BR>Beim Einkauf</P><P>Manche Ladenbesitzer lehnen es ab, bei der Bezahlung viele Centstücke anzunehmen. Dürfen sie das? Ja. Es steht im Ermessen des Händ-lers, ob er eine Hand voll Kleinstgeld in die Kasse sortieren will. <BR><BR>Man bemerkt erst beim Zusammenbauen, dass das gelieferte Regal beschädigt ist. Kann man noch reklamieren? Aber sicher. Es ist immer noch Zeit für eine ordnungsgemäße Reklamation. Die sollte man dann allerdings unverzüglich anbringen.<BR><BR>Ich will das neue Kleid in der Boutique zurückgeben und kriege mein Geld nicht wieder, sondern einen Gutschein. Muss ich den annehmen? Ist das Kleid fehlerhaft, haben Sie Anrecht auf ein neues oder auf Bargeld. Geben Sie es nur zurück, weil es nicht mehr gefällt oder zu klein ist, müssen Sie - wenn der Händler überhaupt dazu bereit ist - mit einem Warengutschein zufrieden sein. <BR><BR>Im Restaurant</P><P>Wer dreimal erfolglos den Kellner gerufen hat, um zu zahlen, darf gehen, ohne die Rechnung zu begleichen. Stimmt das? Nein, das ist ein Ammenmärchen. Man muss als Gast selbst dafür sorgen, dass man sein Geld los wird - etwa, indem man zum Bezahlen ans Buffet geht.<BR><BR>Besteht im Restaurant eigentlich "Verzehrzwang"? Streng genommen kann der Inhaber eines Lokals jeden Gast rausschmeißen, der die Nahrungsaufnahme verweigert. In der Regel wird das aber nicht vorkommen. <BR><BR>Manchmal muss man ewig auf sein Essen warten. Kann man eigentlich wieder gehen? Ja. Aber 45 Minuten sollte man sich in der Regel schon gedulden. Bringen Sie sich zwischendurch deutlich in Erinnerung: das erste Mal nach 20 Minuten.<BR><BR>Man bestellt im Lokal einen Tisch für acht Uhr und kommt fünf Minuten zu spät. Der Tisch ist vergeben. Zu Recht? Das ist nicht in Ordnung. Üblicherweise sollte der Wirt den Tisch mindestens eine Viertelstunde frei halten. Aber ein Rechtsanspruch besteht nicht.<BR><BR>Bus und U-Bahn</P><P>Busfahrer weigern sich manchmal, für die Fahrkarte auf einen 50-Euro-Schein herauszugeben. Muss ich wieder aussteigen, wenn ich kein Kleingeld habe? In den Geschäftsbedingungen von Verkehrsbetrieben wird darauf hingewiesen, dass man Kleingeld parat haben soll. Der Busfahrer ist also im Recht, wenn er Sie wieder rausschickt. <BR><BR>Man wird ohne Fahrkarte erwischt, was aber nur daran liegt, dass der Fahrkartenautomat kaputt war. Muss man trotzdem Strafe zahlen? Nein. Man braucht den Kontrolleur nur auf den defekten Automaten zu verweisen. Der Beamte notiert sich Name und Adresse des Fahrgastes und wo er um welche Uhrzeit eingestiegen ist. Man muss nachlösen - ohne Aufschlag.<BR><BR>Der Handwerker kommt</P><P>Der Handwerker hat nicht das richtige Werkzeug dabei, obwohl ich ihm den Schaden genau beschrieben habe. Er fährt nochmal los, um es zu holen. Kommt auf die Rechnung die doppelte Anfahrt? Das wäre ja noch schöner! Die überflüssige Tour geht auf seine Kosten. <BR><BR>Muss man eigentlich zwei Leute bezahlen, wenn der Handwerker seinen Lehrling mitbringt? Ja. Für einen Lehrling darf der Meister jedoch nicht den vollen Stundenlohn eines Gesellen zugrunde legen.<BR><BR>Dürfen Handwerker einen Auftrag ablehnen, weil es sich ihrer Meinung nach nicht mehr lohnt, die Sache zu reparieren? Jeder Handwerker darf einen Auftrag ablehnen. Eine Pflicht, zu reparieren, besteht nicht - aus welchem Grund auch immer.</P><P> </P>

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