Wenn die Villa zu eng ist: Luxus ab zwei Millionen

Immobilienpreise - - München - Ein Einfamilienhaus kann in München über eine Million Euro kosten. Eine solche freistehende 200-Quadratmeter-Villa befindet sich in sehr guter Wohnlage wie z. B. Nymphenburg, Bogenhausen oder Solln und hat eine Prestige-Ausstattung. Allerdings sind die Ansprüche vieler Besserverdienender noch höher: "Luxus ist das noch nicht", sagt der Vorstandsvorsitzende des IVD Süd, Johannes Schneider. Für luxuriöse Objekte in besonderer Lage würden sogar zwei Millionen oder mehr bezahlt.

Die Preise für Neubauten und für erstklassige und exquisit ausgestattete Häuser älteren Datums sind gleichauf. Wer in einer gewachsenen Wohnlage kaufe, kenne Umfeld und Nachbarschaft, meint Schneider, in Neubaugebieten wisse man nicht, was noch gebaut werde.

Wer sich mit einem guten Wohnwert begnügt, so zum Beispiel in Obersendling, Pasing oder Neuhausen, der muss 690 000 Euro für das Einfamilienhaus aufbringen. Und damit ist München noch nicht an der oberen Preisgrenze: Im Umland ist das freistehende Haus mit gutem Wohnwert in drei Gemeinden noch teurer als in den guten Münchner Lagen. Für Tutzing werden 790 000 Euro, für Starnberg 760 000 Euro und für Oberhaching 706 000 Euro genannt.

Die vergleichsweise günstigsten Orte innerhalb des Großraums München sind Taufkirchen (545 000), Schäftlarn (550 000) und Vaterstetten (588 000). In der Liste mit dem höchsten Preisniveau in Bayern finden sich nur Wohnorte aus dem Umfeld Münchens.

Schneider sieht "ein klares Signal", dass die Immobilienpreise nach dem Tief der Jahre 2005 und 2006 wieder anziehen. "Der Aufschwung ist auf dem Immobilienmarkt angekommen." Doch die Preiserhöhungen des letzten Jahres variieren je nach Objekttyp. In München gab es mit 4,9 Prozent die höchsten Steigerungen bei gebrauchten Doppelhaushälften. Die freistehenden Einfamilienhäuser zogen um drei Prozent an, während sich bei Eigentumswohnungen fast nichts oder nichts tat. Eine neue Eigentumswohnung ist im Schnitt um 1,1 Prozent teurer als vor Jahresfrist, bei gebrauchten bewegte sich der Preis überhaupt nicht.

IVD-Marktforscher Stephan Kippes sieht die steigenden Immobilienpreise nur noch durch stagnierende Realeinkommen gebremst. Der durchschnittliche Münchner muss für ein Einfamilienhaus 30 Jahre arbeiten, wenn er sein gesamtes Einkommen ins Haus steckt. Daran hat sich in den letzten drei Jahren nichts geändert. Mit dem Aufschwung wird der in Lebensarbeitszeit umgerechnete Preis für das Haus auf unter 30 Jahre sinken, falls die Immobilienpreise nicht den steigenden Einkommen davoneilen. So kam es vor 15 Jahren. In der Boomphase 1991 und 1992 musste für das damals gekaufte Haus sogar 41 Jahre gearbeitet werden.

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