Wenn der Wagen weg ist: Schnell handeln und ehrlich bleiben

- Steht das eigene Auto nicht mehr da, wo es verlassen wurde, reagieren viele Autofahrer mit Unglauben und Selbstzweifeln: Hat man den Wagen vielleicht doch woanders geparkt oder wurde er wirklich geklaut? Ist ein Diebstahl Gewissheit, helfen ein schneller Griff zum Telefon und ehrliche Angaben über den Wagenzustand, um Ärger mit Behörden und Versicherungen zu vermeiden.

<P>Als Erstes müssen Sie die Polizei einschalten, danach die Versicherung informieren und ihr die Akte nennen, in welcher der Fall geführt wird, rät Wolfgang Scholl, Versicherungsexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Der Verlust des Wagens ist grundsätzlich durch die Kaskoversicherung gedeckt, erklärt Klaus Brandenstein vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Wurde das Auto aber mit dem Originalschlüssel geklaut - was bei Dieben zunehmend beliebt ist -, prüft die Versicherung vor der Regulierung des Schadens, ob der Halter den Schlüsseldiebstahl durch fahrlässiges Verhalten begünstigt hat. "Haben Sie zum Beispiel den Schlüssel auf dem Tresen einer Kneipe liegen lassen, während Sie zur Toilette waren, dann waren Sie leichtsinnig", erklärt Eckhart Jung, Chefjurist des ADAC. </P><P>Der Verlockung, aus dem ärgerlichen Vorfall so viel wie möglich herauszuholen und den Wagen hochwertiger erscheinen zu lassen, als er wirklich ist, sollten bestohlene Autobesitzer widerstehen, rät GDV-Experte Brandenstein. Wer behauptet, dass der Wagen 80 000 statt 140 000 Kilometer gelaufen hat, riskiere den Versicherungsschutz - wenn der Wagen wieder auftaucht. Im Zweifelsfall sei es sicherer, keine Angaben zur Laufleistung des Wagens zu machen.</P><P>In der Aufregung um den finanziellen Verlust sollten Autobesitzer ihre Haftpflichtversicherung aber nicht vergessen: Verursacht der Dieb einen Unfall, muss der Fahrzeughalter dies unter Umständen mit höheren Schadenfreiheitsrabatten bezahlen - zumindest dann, wenn der Halter den Diebstahl begünstigt hat. Die Aussicht, den Unfallfahrer auf Schadenersatz zu verklagen, dürfte da wenig Trost spenden, schließlich muss dieser erst gefasst werden und auch zahlungsfähig sein. Der ADAC-Jurist empfiehlt zudem, den Wagen - wenn möglich - bei der Zulassungsbehörde abzumelden. Ärger mit Strafmandaten, die der Dieb möglicherweise verursacht, lässt sich so vom Hals halten. Die Behörden handhaben das allerdings unterschiedlich. Manche wollen bei der Abmeldung die Kennzeichen haben, anderen genügt, dass der Wagen zur Fahndung ausgeschrieben ist. </P><P>Um einen Diebstahl des Wagens zu verhindern, hilft nach Ansicht von Manfred Groß, Technikberater beim ADAC, vor allem Vorsicht: Wenn Sie beruflich unterwegs sind, stellen Sie den Wagen nicht auf dunklen Nebenstraßen oder einem unbeleuchteten Parkplatz mit vielen Büschen ab. Der Einbau zusätzlicher Sicherungen macht Groß zufolge keinen Sinn.</P><P>Die seit 1995 ab Werk vorgeschriebenen elektronischen Wegfahrsperren seien sehr wirkungsvoll. Und von Alarmanlagen und Lenkradkrücken aus Metall ließen sich höchstens Gelegenheitsdiebe abschrecken. Es gibt kein Auto, das nicht geklaut werden kann, stellt der Experte fest. Ein Profi, der einen bestimmten Wagentyp auf der Liste hat, wisse, wie er vorgehen muss. <BR></P>

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