Wenn das Weihnachtsgeschenk doch nicht das richtige war

- München - Gelockt wird mit Erholungswochenenden zum Sondertarif oder Rabattangeboten für ein Abendessen bei Kerzenschein im Fünf-Sterne-Restaurant: Das Gutschein-Geschäft boomt, gerade kurz vor Weihnachten. Dabei kommt es beim Einlösen des Gutscheins oft zu Missverständnissen. Wer im Nachhinein Ärger vermeiden möchte, sollte lieber Geld verschenken, meint Verbraucherschützerin Petra von Rhein.

"Wir raten davon ab, Gutscheine zu kaufen", sagt Petra von Rhein, Juristin bei der Verbraucherzentrale München. Besser sei es, die Geldsumme, die man für den Gutschein ausgeben möchte, witzig zu verpacken. Der Grund: Beim Verschenken von Gutscheinen liegt keine gesicherte Rechtsprechung vor. Wenn der Käufer also nicht absolut sicher ist, dass der Beschenkte den Gutschein auch wirklich einlösen will, "sollte er die Finger vom Gutschein lassen".

Reisegutschein

Sehr riskant ist das Verschenken von Reisegutscheinen. "Viele Anbieter preisen eine Reise als Schnäppchen an, die sich am Ende als Flop entpuppt", so von Rhein. Ein Beispiel: Wellness-Wochenenden, die man im Internet ersteigern kann. Rhein: "Hat das Hotel keine eigene Internetadresse, die man besuchen kann, ist es besser, auf den Gutschein zu verzichten."

Wie lange ein Gutschein gültig ist, sollte unbedingt gleich beim Kauf festgelegt werden. "Sinnvoll ist es, den Zeitraum auf mindestens zwölf Monate zu befristen", erklärt von Rhein. Wer vergisst, den Gutschein innerhalb dieser Zeit einzulösen, kann die Frist bei Kaufgutscheinen in der Regel verlängern. Handelt es sich um einen Kino- oder Essensgutschein, sollte man rechtzeitig Bescheid geben, um den Stichtag nach hinten zu verschieben.

Stückweise Einlösung

Bescheid geben müssen auch die Kunden, die den Gutschein nicht auf einmal, sondern stückweise einlösen möchten. "Das ist vor allem bei einer größeren Summe der Fall", so von Rhein. In den meisten Fällen ist der Händler kulant. Ein Recht darauf, dass seinem Wunsch entsprochen wird, hat der Kunde indes nicht.

Umtausch

Ähnlich geht es Kunden, die ein Geschenk zurückgeben möchten. Rhein: "Es besteht kein Recht auf Umtausch." Während große Geschäfte die Ware meist automatisch gegen Geld oder einen Gutschein zurücknehmen, muss man bei kleinen Läden aufpassen. Rheins Tipp: "Der Käufer sollte sich schriftlich zusichern lassen, dass er das Geld zurückerhält." Ist die Ware bereits benutzt, kann der Händler den Umtausch verweigern. Auch bei reduzierter Ware gilt: Umtausch ausgeschlossen.

Sonderregeln gibt es für Geschenke, die beschädigt sind oder Mängel aufweisen. Rhein erklärt: "Technische Geräte wie etwa Waschmaschinen oder CD-Player müssen in den ersten sechs Monaten fehlerfrei laufen."

Gewährleistung

Der Verbraucher hat einen Gewährleistungsanspruch gegenüber dem Händler. Das heißt: Zunächst erhält der Kunde eine Ersatzlieferung oder das Gerät wird repariert. Der Händler trägt alle Kosten wie Transport, Arbeitsleistung, Materialien. Das Gerät gegen Geld tauschen kann man erst, wenn die Reparatur zweimal gescheitert ist und keine Ersatzlieferung des gleichen Modells erfolgt.

Wichtig: Die Rechte stehen dem Kunden innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf zu. Sind die ersten sechs Monate vergangen, muss er aber beweisen, dass der Fehler von Anfang an da war, "notfalls mit Gutachter". Da das umso schwieriger wird, je länger man wartet, empfiehlt Rhein dem Kunden, "sofort zu reklamieren, wenn er den Fehler bemerkt".

Während die Gewährleistungsfrist gesetzlich geregelt ist, ist die Garantie eine freiwillige Leistung des Händlers. Festgelegt ist sie in der Garantieurkunde, die beim Kauf ausgehändigt wird.

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