Wenn die Zinsen purzeln: Schwere Zeiten für Renditejäger

- Auch in der aktuellen Niedrigzinsphase können Renditejäger so manches Zinsschnäppchen machen. Allerdings wird es immer schwieriger, attraktive Renditen zu erzielen. Das spüren vor allem die Anleger, die ihr Geld auf Tagesgeldkonten angelegt haben: Zahlreiche Institute kürzen ihre Zinssätze bei den Kurzfristanlagen.

Den Anfang machte Mitte Juli die ING-Diba, als sie ihren Zinssatz für Tagesgeld von 2,5 auf 2,25 Prozent reduzierte. "Fast im Gleichschritt haben die Konkurrenten nachgezogen", sagt Thomas Bieler, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. So kappte etwa die spanische CC-Bank den Zinssatz von 2,6 auf 2,3 Prozent, und auch die Garanti-Bank kürzte von 2,6 auf 2,3 Prozent.

Trotz der Beschneidung liegen diese Angebote aber noch immer deutlich über dem Marktdurchschnitt. "Während einige Anbieter oft weniger als ein Prozent Jahreszins zahlen, haben einige Konkurrenten immerhin noch die Zwei vor dem Komma", sagt Bieler. Allerdings gelten dabei immer häufiger Einschränkungen.

So lockt die Dresdner Bank mit einem bis Ende Januar 2006 garantierten 3-prozentigen Tagesgeldzins. Der wird allerdings nur gezahlt, wenn die Anlagesumme 10 000 Euro nicht überschreitet - und wenn das Geld nicht schon vorher bei der grünen Bank investiert war. Andere Institute bieten zwar attraktive Angebote bis zu fünf Prozent, die gelten aber entweder lediglich für Neukunden oder werden nur bei der gleichzeitigen Eröffnung eines Wertpapierdepots gewährt, das vielfach mehrere Tausend Euro umfassen muss.

Zahlreiche attraktive Angebote würden bei genauem Hinsehen ihren Reiz verlieren, denn die genauen Konditionen seien oft im Kleingedruckten versteckt, sagt Marion Weitemeier vom Magazin "Finanztest". "Grundsätzlich sollten Anleger nur Angebote nutzen, bei denen keine Nebenbedingungen gelten und keine zusätzlichen Kosten anfallen", betont die Expertin.

Österreichische Bank zahlt vier Prozent

Die höchsten Renditen gibt es derzeit für Sparangebote ohne Kündigungsmöglichkeit. So bietet die österreichische Vakifbank für Einmalanlagen mit fünfjähriger Laufzeit vier Prozent. Ähnlich gute Zinskonditionen bieten Deniz-Bank, ebenfalls aus Österreich, sowie die niederländische DHB und die Garanti-Bank. Auch Sparbücher können attraktiv sein und bringen bis zu 2,75 Prozent Zinsen wie bei der Direktbank 1822direkt. Allerdings gilt hier meist eine dreimonatige Kündigungsfrist, wenn man über das gesamte Sparguthaben verfügen will.

Zwei Dinge sollten Zinsjäger bedenken: Zum einen sind die Konditionen meist bei den Direktbanken gut, die jedoch kaum Beratung bieten. Zum anderen locken gerade niederländische und österreichische Geldhäuser mit hohen Zinsen, bei denen Einlagen aber oft nur bis zu einer Höhe von 20 000 Euro gesichert sind.

Konditionen von Tagesgeld- und Festgeldkonten unter dem Menüpunkt "Wirtschaft/Geld & Markt".

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