Wenn's aus den Boxen knarzt: Pflegetipps für die Musikanlage

- Nichts ist für die Ewigkeit. Es kommt der Tag, an dem man sich vom geliebten Auto verabschieden, der eigenen Jugend Adieu sagen oder sich von der lang getragenen Kordhose trennen muss. Auch die Tage von Hi-Fi-Geräten wie Verstärker, Lautsprecher oder CD-Spieler sind irgendwann gezählt. Doch es gibt Hoffnung: Gute Pflege und ein findiger Reparatur-Service können die Nutzungsdauer verlängern.

CD-Spieler

Als relativ kurzlebig gelten CD-Spieler: "Manche halten nur drei, andere 15 Jahre", sagt Roger Weber, Inhaber der Hi-Fi-Reparaturwerkstatt Audiotronic Service in Heidelberg. Das hängt unter anderem davon ab, wo das Gerät steht. Zigarettenqualm und Staub machen dem Laser früh den Garaus. Bemerkbar macht sich das dadurch, dass die CD nicht richtig eingelesen wird. "Manchmal wird die CD zwar angespielt, fängt dann aber plötzlich zu hüpfen an oder bleibt hängen", erläutert Weber die Symptome.

Doch der Laser eines CD-Spielers lässt sich austauschen. Die Preisspanne für einen Ersatz reicht laut Weber von 15 bis 400 Euro. Meistens liege der Preis bei rund 50 Euro. Weil der Austausch des Lasers eine Arbeit für Profis ist, kommen noch die Arbeitskosten für den Techniker von 50 bis 70 Euro hinzu.

Verstärker

Wie lange ein Verstärker hält, lasse sich nicht verallgemeinern, sagt Dalibor Beric von der Zeitschrift "Stereoplay". Verstärker weisen vor allem zwei Problemzonen auf: den Umschalter, mit dessen Hilfe die verschiedenen Quellen wie CD oder Plattenspieler ausgewählt werden, sowie den Lautstärkeregler. Staub und womöglich Nikotin können über die Jahre dafür sorgen, dass die Kontakte schlechter werden. Dann fangen beim Betätigen des Volumen-Reglers die Boxen zu knarzen an.

Beric rät, die Regler hin und wieder abzusaugen. Außerdem sei es sinnvoll, alle paar Jahre die Kontakte zu putzen. Dazu werden die Regler ­ bei ausgeschaltetem und vom Netz genommenem Gerät ­ vorsichtig abgezogen. Die Reinigung nimmt man laut Beric am besten mit einem Microfasertuch und etwas Isopropanol vor, einem in vielen Apotheken erhältlichen Alkohol.

Kondensatoren und Lötstellen

Vor allem für ältere Hi-Fi-Geräte ("High Fidelity": Hohe Klangtreue) gilt, dass die darin verwendeten Elektrolytkondensatoren ausfallen können. Die in den sogenannten Elkos eingesetzten Substanzen können irgendwann austreten und einen Kurzschluss verursachen. Defekte Elkos lassen sich austauschen.

Lötstellen unterliegen ebenfalls einem Alterungsprozess. Einen großen Einfluss darauf haben Temperaturwechsel, denn beim Ein- und Ausschalten der Geräte werden die Platinen erwärmt und wieder abgekühlt. Dies führe zu mechanischen Spannungen, die der Alterung Vorschub leisten, erklärt Weber. Auch dauerhaft auftretende hohe Temperaturen sind nicht gut für die Lötstellen. Diese lassen sich zwar erneuern, was jedoch nicht billig kommt.

Lautsprecher

Auch Lautsprecher sind einem Verschleiß unterworfen. Oft ist Überlastung die Ursache, wie Roland Spiegler von der Nubert Speaker Factory in Schwäbisch Gmünd sagt. Viele Leute wüssten nicht, dass sie ihren Lautsprechern auch dann schaden, wenn sie einen Verstärker mit deutlich geringerer Leistung verwenden, als die Boxen aufweisen.

Ein typisches Verschleißteil ist zudem die Sicke. So wird der äußere bewegliche Rand der Membraneinspannung im Lautsprecher bezeichnet. Sind Sicken aus Gummi, werden sie irgendwann spröde und der Klang schlechter, weil der Weichmacher rausgeht, erklärt Beric. Er empfiehlt deswegen, Gummi-Sicken alle zwei, drei Jahre mit Silikonöl einzureiben. Um einer Verhärtung der Sicken vorzubeugen, sollten die Boxen zudem nicht direkt in der Sonne stehen.

Plattenspieler

Plattenspieler erleben gerade ein Revival. Es werden neue Geräte verkauft, und so mancher Plattenspieler findet seinen Weg aus dem Keller wieder zurück ins Wohnzimmer. Bei Plattenspielern sollten Musikfans laut Beric alle zwei bis drei Jahre die Riemen wechseln. Alle fünf Jahre sollte etwas Öl in das Hauptlager getröpfelt werden. Die Nadel am Tonabnehmer ist etwa alle vier Jahre auszutauschen.

Kassettenrekorder

Kassettenrekorder werden kaum noch neu angeboten. Bei gebrauchten Geräten leiern irgendwann die Gummis aus. Laut Roger Weber lassen sich die Gummis durch den Fachmann in der Regel ersetzen. Der Anwender selbst kann mit Hilfe von Isopropanol die Tonköpfe reinigen. Aufmachen sollte er die Geräte als Laie aber nicht.

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