Werbeflut im Faxgerät: So kann man sich schützen

- Ob frischer Kaffee, bequeme Schuhe oder ein Doktortitel - immer wieder, und meist nachts, quellen ungebetene Faxe mit teilweise dubiosen Angeboten aus den Faxgeräten. Zum Ärger über vergeudetes Papier und Tinte kommt in vielen Fällen die Wut darüber, anscheinend nichts gegen die Fax-Flut unternehmen zu können. Doch Betroffene haben inzwischen einige Möglichkeiten, sich zu wehren.

<P>Der scheinbar leichteste Weg, die Fax-Flut einzudämmen, ist der falsche. "Da ist meist eine 0190-Rufnummer angegeben, an die man das Fax zurückschicken soll, was natürlich ziemlich viel kostet", so Rudolf Boll, Sprecher der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP).</P><P>Anbieter ermitteln</P><P>Hilfe bekommen Verbraucher, die von der ungewollten Faxpost genervt sind, auf der Homepage der RegTP. "Dort findet sich eine Liste mit allen vergebenen 0190-Rufnummern. Eine weitere Liste gibt Auskunft, wem wir den fraglichen Rufnummernblock zugeteilt haben." Damit können sich die Fax-Empfänger an den Absender wenden und verlangen, künftig auf Post zu verzichten -selbst wenn die betreffenden Firmen die Rufnummern an andere Anbieter weitervermietet haben. So kann man meist zumindest seine eigene Nummer schützen. Der Hoffnung, einem dubiosen Anbieter mit einer Beschwerde allgemein das Handwerk zu legen, sollte sich aber niemand hingeben - obwohl die Versendung eines Werbefaxes an einen unbekannten Empfänger nach Angaben des Rechtsanwalts Joachim Streithövel einen Gesetzesverstoß darstellt. "Es hat wenig Sinn, als Privatperson gegen die Versender vorzugehen. Wenn jemand 100 000 Faxe verschickt, streicht er eine Nummer und macht weiter."</P><P>Ohnehin können gegen den Tatbestand des unlauteren Wettbewerbs, den die Werbefaxe nach Streithövels Worten erfüllen, keine Privatpersonen vorgehen, sondern lediglich Verbraucherzentralen, Abmahnvereine oder jeder, der im weitesten Sinne Konkurrent des betreffenden Versenders auf dem Markt ist. Im Januar hat der Rechtsanwalt immerhin ein Urteil erwirkt, das einem Faxversender aus dem Raum Leipzig ein Ordnungsgeld von 50 000 Euro aufbrummte. RegTP-Sprecher Boll schränkt jedoch ein, dass derartige Urteile erst dann das endgültige Aus für die Werbefaxe bedeuten, wenn sie höchstrichterlich entschieden sind.</P><P>Fax nachts abstellen</P><P>Eine weitere Waffe im Kampf gegen die Massenfaxe sei schlicht und einfach, das Faxgerät nachts auszuschalten, empfiehlt der Verbraucherzentrale Bundesverband. Wenn möglich, sollte für den Empfang von Faxen überhaupt nicht das Faxgerät, sondern der Computer genutzt werden, weil dieser die Post nicht automatisch ausdruckt. Unverlangt Eingesandtes kann dann sofort gelöscht werden.</P><P>Eintragungen meiden</P><P>Grundsätzlich sollte die eigene Faxnummer nach Angaben der Verbraucherschützer nicht in öffentliche Verzeichnisse eingetragen werden, wenn dies nicht unbedingt nötig ist. Lässt sich die Fax-Flut nicht anderweitig abstellen, helfe als letzter Ausweg, eine neue Nummer zu beantragen und die dann möglichst geheim zu halten.</P><P>Wer die Werbepost an die angegebene 0190-Nummer zurückschickt oder sich gar auf eine Bestellung einlässt, zahlt dafür unter Umständen nicht nur viel Geld, sondern entlarvt auch seine Nummer als gültig. Dann wird die Werbeflut womöglich noch verstärkt.</P><P><BR>Homepage der RegTP:<BR>www.regtp.de<BR></P><P> </P>

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