Werbegeschäft mit den immer gleichen Promis

- München - Die Firma Braun stellt Epiliergeräte her, Birkenstock fertigt Gesundheitsschuhe, und McDonald's verdient sein Geld mit dem Verkauf von Hamburgern. Auf den ersten Blick nichts, was verbindet. Aber eines eint die Unternehmen doch: Alle drei machen Werbung mit Heidi Klum. Das Model hat es an die Spitze der deutschen Werbe-Prominenz geschafft. Die Wirtschaft setzt wieder verstärkt auf bekannte Gesichter. Problem nur, dass es immer wieder dieselben sind.

Heidi Klum ist derzeit für ein knappes Dutzend Marken im Einsatz. Auch der Lakritzhersteller Katjes, die Parfümeriekette Douglas und der Otto-Versand verlassen sich auf die junge Mutter. Aber auch andere Promis machen für mehrere Firmen gleichzeitig Werbung. Die Moderatoren Thomas Gottschalk und Günter Jauch gehören dazu, der Musikproduzent Dieter Bohlen ebenso wie die Sportler Michael Schumacher und Franz Beckenbauer.<BR>Die Wirtschaft setzt dabei auf die alte Erkenntnis, dass die positiven Eigenschaften von Prominenz auf Produkte übertragen werden können. Beckenbauer war bereits zu Beginn seiner Fußballerzeit für Fertigsuppen im Einsatz: Vier Jahrzehnte dauert seine Werbekarriere also schon.<BR><BR>Auf die alte Masche ist aber auch heute noch Verlass. Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA) hat jetzt ermittelt, dass 22 Prozent der werbetreibenden Unternehmen auf Prominenz setzen. Besonders gefragt sind Sportler. Die Branche erwartet, dass dieser Trend im WM-Jahr 2006 noch zunehmen wird. "Im nächsten Jahr wird jeder Fußballer, der einen Joghurtbecher gerade halten kann, den auch in die Kamera halten", sagt GWA-Chef Henning von Vieregge.<BR><BR>Allerdings wird gerade bei den viel gebuchten Sportlern deutlich, dass sich jede Promi-Werbung irgendwann abnutzt. Beim Werbe-Multi Beckenbauer wissen viele Leute nicht mehr, für welchen Mobilfunkanbieter er jetzt gerade Werbung macht. <BR><BR>Zudem gehen die Firmen bei der Promi-Werbung auch ein Risiko ein. RWE zum Beispiel musste seine Kampagne mit Christoph Daum sofort stoppen, als die Kokain-Vorwürfe gegen den Trainer bekannt wurden. <BR>Im Streit endete auch die Werbepartnerschaft zwischen dem oberbayerischen Müller-Milch-Konzern und Dieter Bohlen, nachdem der Musiker in einem Interview erklärt hatte: "Buttermilch wird von 50-jährigen Bio-Latschenträgerinnen gekauft."

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