Werbemarkt zieht an

- Hamburg (dpa) - Nach tiefen Einschnitten hat der Werbemarkt in den klassischen Medien erstmals seit 2001 wieder deutlich angezogen. Die Bruttowerbeeinnahmen der Tageszeitungen und Zeitschriften, des Fernsehens und Hörfunks stiegen in den ersten neun Monaten 2003 verglichen mit der Vorjahresperiode um 2,4 Prozent auf 12 Milliarden Euro, wie Nielsen Media Research in Hamburg mitteilte. Den stärksten Zuwachs verzeichneten die Tageszeitungen und die Plakatwerbung mit je rund 10 Prozent Wachstum.

"Der Trend der letzten sechs Monate ist eindeutig positiv, basiert aber auf Sonderentwicklungen einzelner Wirtschaftbereiche und ist noch nicht stabil", sagte Nielsen-Geschäftsführer Ludger Vornhusen. Demnach erhöhten die fünfzig größten Werbung treibenden Unternehmen ihre Werbebudgets um 360 Millionen Euro verglichen mit dem Vorjahreswert und vereinigten laut Nielsen das gesamte Marktwachstum auf sich. "Die Top 3 der in Deutschland meistbeworbenen Produkte sind mittlerweile Lidl Discount, Aldi und Plus." Die größten Lebensmitteldiscounter erhöhten ihre Werbeinvestitionen insgesamt um ein Drittel und buchten ihre Anzeigen vor allem in Tageszeitungen. <P>Bei diesen Printtiteln stiegen die Werbeeinnahmen insgesamt um 10,5 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Nielsen erfasst aber nicht die Rubrikenanzeigen. Eine zweistellige Wachstumsrate (10,1 Prozent) verzeichnete auch die Plakatwerbung bei Einnahmen von rund 400 Millionen Euro. Auf die Offensive der Discounter reagieren laut Nielsen große Markenartikler im Bereich klassische Konsumgüter (u.a. Unilever/Langnese) mit wieder steigenden Werbeinvestitionen im Fernsehen. Insgesamt wurden für 5,1 Milliarden Euro Werbespots geschaltet, ein Zuwachs von 2,2 Prozent. Dagegen fuhren die Finanz- und die Touristikbranche ihre Werbebudgets zurück.</P><P>Vom Aufwärtstrend konnten die Publikums- und Fachzeitschriften sowie der Hörfunk noch nicht profitieren. Die Illustrierten und Magazine büßten 4,4 Prozent auf 2,65 Milliarden Euro ein, die Fachzeitschriften 3,2 Prozent auf 294 Millionen Euro. Beim Hörfunk wurde ein Minus von 2,0 Prozent auf rund 650 Millionen Euro ermittelt.</P>

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