Werbemarkt zieht überraschend an: Rekordgewinn für Pro-Sieben-Sat 1

- München - Für Pro-Sieben-Sat 1 sieht die Zukunft wieder rosig aus. Ein überraschendes Anziehen der TV-Werbemärkte hat zum Halbjahr 2004 ein Rekordergebnis beschert. Damit steht Deutschlands größter TV- Konzern Pro-Sieben-Sat1 vor einem unerwartet guten Geschäftsjahr 2004.

<P>"Das erste Halbjahr ist besser verlaufen, als wir geplant hatten", sagte Konzernchef Guillaume de Posch. Die TV-Gruppe, die nach dem Kollaps der Kirch-Gruppe mehrheitlich von US-Milliardär Haim Saban übernommen worden war, habe nach einigen Krisenjahren wieder Fahrt aufgenommen und profitiere von anziehenden TV-Werbemärkten. </P><P>Bis Ende Juni sei mit knapp 73 (Vorjahr: 4) Millionen Euro Halbjahresüberschuss sogar ein Rekordergebnis aufgelaufen, sagte Finanzchef Lothar Lanz. Fürs Gesamtjahr 2004 wird kein Rekord erwartet, doch sollen die Gewinne vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen um gut die Hälfte auf rund 330 Millionen Euro zulegen. Dafür bluten musste das Personal, das zum Halbjahr um 200 Stellen auf 2700 verringert wurde. Der Stellenabbau sei nun größtenteils bewältigt, sagte Lanz. Künftig sollen Impulse verstärkt aus Umsatzwachstum kommen. </P><P>Zum Halbjahr legten die Erlöse bereits um sechs Prozent auf 932 Millionen Euro zu. Im Gesamtjahr will die TV-Gruppe stärker als der TV-Werbemarkt wachsen, dem de Posch und Lanz 2004 etwa zwei Prozent Wachstum zutrauen. </P><P>Auch Zuschauermarktanteile will die TV-Gruppe wieder hinzugewinnen. Schon jetzt gelten die Programmschwächen bei Pro-Sieben als überwunden. Das Zugpferd der Gruppe steigerte seinen Vorsteuergewinn zum Halbjahr um gut die Hälfte auf knapp 100 Millionen Euro. Auch Sat 1 bleibt profitabel, nachdem sich der Sender von den kostspieligen Bundesligarechten getrennt hatte. Der Nachrichtensender N24 konnte erstmals seit seinem Start vor fünf Jahren schwarze Zahlen präsentieren. Die Nettoverschuldung wurde zum Halbjahr auf 423 Millionen Euro fast halbiert.</P><P>Pläne zu einem Einstieg beim Bezahlsender Premiere hat Konzernchef de Posch indessen fallen gelassen. Er will jetzt dessen Konkurrenten Kabel Deutschland (KDG) mit ganzen Kanälen beliefern, die eigene Strategie zum digitalen Fernsehen aber erst 2005 im Detail vorstellen.</P>

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