Werbungskosten und Pauschbetrag: Wann ein Steuerberater sinnvoll ist

- Ein lediger Angestellter ohne Geldanlagen oder Mieteinnahmen braucht ihn nicht, für viele andere Berufstätigen kann er sich aber lohnen: der Steuerberater. Denn er kennt die Abschreibungsmöglichkeiten, die Laien oft unbekannt, aber bares Geld wert sind. Doch für seine Dienste verlangt er ein Honorar und damit er seine Arbeit erledigen kann, muss ihm der Mandant alle Ausgaben und Einkünfte offen legen. Entsprechend sorgfältig sollte ein Berater ausgewählt werden.

Helfen kann dabei zunächst die Qualifikation derer, die der Blick in die "Gelben Seiten" zutage fördert. Denn "Steuerberater" ist eine geschützte Bezeichnung. Nur wer die staatliche Steuerberaterprüfung absolviert und von der Kammer bestellt wurde, darf sich auch so nennen. Und bevor jemand Steuerberater werden kann, muss er mehrere Jahre lang praktisch gearbeitet haben.

Laut Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Lohnsteuerhilfevereine in Berlin, gibt es nur wenige Fälle, in denen es sinnvoll ist, die Steuererklärung selbst zu machen ­ etwa, wenn ein Arbeitnehmer ledig ist, nie einen Handwerker beauftragt und keine weiteren Einkünfte hat. In allen anderen Fällen lohne es sich, für die Hilfe Geld auszugeben: "Steuerpflichtige verschenken sonst viel Geld, weil sie die Regelungen nicht kennen."

Gebühren hängen von der Höhe der Einkünfte ab

Soll nur die Steuererklärung erstellt werden, muss die Kanzlei nicht am Wohnort liegen. Steuerberater treten aber beispielsweise auch als Vermögens- und Hausverwalter auf. Wünscht sich der Mandant auch Rat in solchen Fällen, bietet sich ein Berater in der Nähe an.

Vor der Entscheidung für einen Steuerberater sollten für den Mandanten keine Fragen mehr offen sein. "Fragen Sie alles, was Sie wissen wollen", rät Nora Schmidt-Keßeler von der Bundessteuerberaterkammer in Berlin. "Die meisten wechseln ihren Steuerberater nur selten."

Im ersten Gespräch gilt es vor allem zu klären, wie hoch die Gebühren liegen. Hilfeleistungen in Steuersachen werden nach der Gebührenverordnung für Steuerberater abgerechnet. Der Rahmen der Gebühren richtet sich nach der Höhe der Einkünfte: Wer weniger hat, muss auch weniger zahlen. Aber auch der Aufwand für die Steuererklärung wird berücksichtigt.

Entscheidend bei der Auswahl eines Steuerberaters ist der persönliche Eindruck. "Sie sollten sich gut betreut fühlen", sagt Schmidt-Keßeler. "Steuerberatung ist Vertrauenssache." Schließlich muss der Mandant alle Geldangelegenheiten offen legen.

Neben der Gehaltsabrechnung und anderen Bescheinigungen über Einkünfte muss der Mandant alle Belege von abzugsfähigen Ausgaben sammeln und an die Kanzlei geben. Mit ihrer Hilfe erstellt der Steuerberater dann die Steuererklärung, und der Mandant muss nur noch unterschreiben. Wird das entsprechende Kästchen in der Steuererklärung angekreuzt, wendet sich die Finanzbehörde bei Nachfragen direkt an die Kanzlei.

Doch auch ein Steuerberater kann Fehler machen. Hat er etwa Fristen versäumt, haftet er für den Schaden. Auch wenn der Mandant der Ansicht ist, sein Steuerberater habe nicht genug Geld für ihn herausgeholt, sollte er das ansprechen. Lässt sich das Problem nicht lösen, hilft nur: einen neuen Berater suchen.

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