So werden Jagdgewehre selbst für gekrönte Häupter maßgeschneidert

- Kochel - Soll's ein Holland& Holland-Gewehr sein oder eine Flinte von Purdey & Sons, der Rolls Royce unter den Jagdwaffen? Gernot Walther, Büchsenmachermeister in Kochel, kennt sich aus in der ersten Liga dieser Branche. Zählt er doch in seinem Spezialfach Gewehrschäfte aus Holz zu den allerersten Adressen in diesem Metier.

<P> </P><P> </P><P>Das kam nicht von ungefähr. Von Kindesbeinen an hatte der 49-jährige Leiter der Kocheler Bergwacht durch seinen Vater, einem Berufsjäger in Walchensee, Kontakt zu Jagdwaffen. Schon damals bewunderte er die ausgefeilten Arbeiten an den Gewehren. Nach der Ausbildung und dem Sammeln nützlicher Erfahrungen bei heutigen Konkurrenten wagte er vor 16 Jahren den Sprung in die Selbständigkeit. Mit einem Mitarbeiter, Hubert Multerer, auch aus der Schule von Martin Hagen, einem renommierten Büchsenmacher, konnte er von Beginn an außergewöhnliche Fähigkeiten unter Beweis stellen. Durch die Kooperation mit Hartmann & Weiß, einem Hersteller von exklusiven Waffen, erhält er Gelegenheit, für viele zahlungskräftige Kunden die Schäfte herzustellen.<BR><BR>Neben arabischen Ölscheichs, amerikanischen Industriellen und russischem Geldadel zählt Waffen-Walther auch die deutsche Prominenz zu seinen Abnehmern. Die lässt sich die Chance nicht entgehen und wartet auch mehrere Monate auf den Holzschaft für ihre individuellen Körpermaße und Anschlag. Persönlich kommen sie in die Werkstatt. "Der Herzog von Bayern war auch schon zum Anpassen hier", erzählt er.<BR><BR>Wer nicht selbst kommt, muss eine bereits angepasste Waffe als Muster liefern. Dann beginnt das Aussuchen der Holzrohlinge. Walther bezieht diese meist aus der Türkei. Mit Spezialwerkzeugen wird in etwa 50 bis 60 Stunden Handarbeit die Schaftendform geschaffen, dann werden im "Finish" die Holzporen verschlossen.<BR><BR>Jeder Schaft besitzt an den Stellen, wo er gehalten wird, ein anderes eingeschnitztes Muster, die so genannte Fischhaut. "Meine Gewehre erkenne ich alle wieder, ich brauch' nur die Fischhaut anzusehen", erklärt Walther.<BR><BR>Immer häufiger kommt es vor, dass die einzelnen Gewehrteile von den Topleuten der Büchsenmacherei zur Fertigstellung über lange Entfernungen herumgeschickt werden. "Es gibt weltweit nur wenige erstklassige Graveure", erklärt der Schaft-Spezialist. So kostet eine Büchse ganz schnell "einige hunderttausend Euro".<BR><BR>Für viele seiner Kunden baut Walther auch noch die Gewehre komplett zusammen, übernimmt Reparaturen und Erneuerungen. Doch der Geschäftstrend geht zur exklusiven Waffe mit ausgefallenen Details. Walther zaubert dann auch aus einem 08/15-Stück ein individuelles, höchst originelles Gewehr, ganz nach den Wünschen seiner Kunden.<BR><BR></P><P> </P><P> </P><P><BR> </P>

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