Razzia in Augsburg: Terrorverdacht gegen drei Männer

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Mehrere hundert Mitarbeiter des Werftenverbundes Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) protestierten am Freitag gegen eine Zerschlagung der Werftstandorte im Norden.

Werftarbeiter protestieren gegen Ausverkauf

Hamburg - Rund 2000 Mitarbeiter des Werftenverbundes ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) haben gegen eine Zerschlagung der Werftstandorte im Norden protestiert.

“ThyssenKrupp darf den zivilen Schiffbau an der Küste nicht sterben lassen“, forderte die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, auf einer Kundgebung vor dem Werkstor von Blohm & Voss in Hamburg. Sie forderte das Unternehmen auf, seiner Verantwortung für die 5200 Beschäftigten in Norddeutschland weiterhin gerecht zu werden. Die Beschäftigten befürchten einen massiven Arbeitsplatzverlust.

Unter den Buhrufen der Mitarbeiter stellte sich TKMS-Vorstandschef Hans Christoph Atzpodien den Beschäftigten. Atzpodien versicherte, der Vorstand wolle die Beschäftigung an allen drei Standorten sichern - ohne betriebsbedingte Kündigungen. “Wir kämpfen für Beschäftigung und suchen nicht das Heil im Ausverkauf.“

Aus Emden und Kiel reisten Beschäftigte der auch zum Verbund gehörenden Werften Nordseewerke und HDW an, um sich für den zivilen Schiffbau an ihren Standorten stark zu machen. Sie zogen durch den alten Elbtunnel zum Werksgelände.

Die Nordseewerke sollen an den Windkraftanlagenbauer Siag verkauft werden. Bei der HDW-Gaarden GmbH ist eine Zusammenarbeit mit der Bremerhavener Rönner-Gruppe im Gespräch. Die Gewerkschaft IG Metall Küste und die TKMS-Betriebsräte lehnen eine reine militärische Ausrichtung des Verbundes ab, weil sie Auslastungsprobleme bis hin zu einer Existenzgefährdung des Restunternehmens befürchten. “Tausende von Arbeitsplätzen an der Küste stehen auf dem Spiel“, mahnten die Arbeitnehmervertreter bereits. Sie sehen auch Zulieferfirmen in ihrer Existenz bedroht. Bei Blohm & Voss in Hamburg stehe der Yachtbau in Frage, weil das Unternehmen auf der Suche nach neuen Investoren sei: “Damit läuft alles auf einen nationalen Rüstungskonzern hinaus“, erklärte Blankau.

Gewerkschaft und Betriebsräte sperren sich grundsätzlich nicht gegen eine Neuausrichtung auf den Windkraft-Offshore-Bereich, wie in Emden geplant, warnen aber vor Schnellschüssen beim Verkauf. Beschlüsse bis zum 30. September zu fällen sei unseriös, mahnten sie den Arbeitgeber. “Wir brauchen mehr Zeit, um die Konzepte mit der nötigen Sorgfalt zu prüfen“, sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von TKMS, IG Metall-Bezirkssekretär Heino Bade. Er betonte: “Zukunftsindustrie geht nicht mit Dumpinglöhnen.“ Die Betriebsräte forderten TKMS auf, in zukunftsträchtige Märkte wie Offshore-Energiegewinnung, Meeresumweltschutz und maritime Sicherheit vorzudringen und sich auch in den klassischen Bereichen als “Anbieter innovativer maritimer Technologie“ aufzustellen.

dpa

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