Wertheim-Erben setzen sich vor Gericht durch

- Berlin - 60 Jahre nach Kriegsende haben die Erben der Kaufhaus-Dynastie Wertheim im Rechtsstreit um von den Nazis enteignete Besitztümer einen entscheidenden Durchbruch erzielt. Das Berliner Verwaltungsgericht hat eine Klage der Karstadt-Quelle AG abgewiesen und damit Ansprüche auf Entschädigung für die Wertheim-Familie anerkannt.

<P>In der Konsequenz geht es um sieben Filetgrundstücke im Herzen Berlins im Wert von bis zu 500 Millionen Euro. Die Revision beim Bundesverwaltungsgericht ist nicht zugelassen worden. Die Konzern-Anwälte kündigten Beschwerde dagegen an. Sie bezeichneten das Urteil als "nicht nachvollziehbar".<BR><BR>Der Karstadt-Quelle-Konzern scheiterte mit seinem Versuch, einen Rückübertragungsbescheid des Landesamtes zur Regelung offener Vermögensfragen vor Gericht zu kassieren. Diese Behörde hatte die Ansprüche der von der Jewish Claims Conference (JCC) vertretenen jüdischen Kaufmannsfamilie anerkannt. Das Verwaltungsgericht erkannte dementsprechend die Karstadt-Quelle AG nicht als berechtigten Rechtsnachfolger von Hertie und Wertheim an. Das Urteil des Verwaltungsgerichts betraf zwar einen Einzelfall. Es ging um Flächen in der Leipziger Straße in Berlin-Mitte, wo sich in den 30er-Jahren der Wertheim-Stammsitz mit dem größten Kaufhaus Europas befand. Doch die Anwälte der Wertheim-Familie kündigten an, dass die grundlegende Entscheidung auf weitere Streitfälle ausgedehnt wird. Im Zentrum stehen dann das so genannte Lenn-Dreieck, auf dem sich das Beisheim-Center mit den Luxushotels Ritz-Carlton und Marriott befindet, und das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Deutschen Bundestages. Die Sprecherin der bis zu 50 überlebenden Wertheim-Erben, Barbara Principe, reagierte erleichtert. Sie habe der Gerechtigkeit deutscher Gerichte stets vertraut, sagte die 72-Jährige.<BR></P>

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