WestLB: Eigner wollen Mehrheit abgeben

Düsseldorf - Die derzeitigen Eigentümer der angeschlagenen WestLB haben sich bereiterklärt, im Zuge des Umbaus der Bank ihre Mehrheitsanteile abzugeben.

"Die Verwässerung unter die Mehrheit ist Konsens", sagte der Vorstandschef der WestLB, Heinz Hilgert, am Freitag der Online-Ausgabe des "Handelsblatts". Erstmals zögen alle fünf Aktionäre an einem Strang und stünden in dieser wichtigen Phase des Umbaus uneingeschränkt zur Bank.

Anteilseigner der Großbank sind die Sparkassenverbände im Rheinland und in Westfalen-Lippe, die jeweils knapp 25,2 Prozent halten. Das Land Nordrhein-Westfalen kommt direkt und indirekt über die NRW.Bank auf einen Anteil von 38 Prozent. Die restlichen Anteile teilen sich die beiden Landschaftsverbände im Rheinland und in Westfalen.

Unterdessen ist der Sanierungsplan für die WestLB bei der EU- Kommission eingegangen. "Das kann ich bestätigen", sagte Kommissionssprecher Ton van Lierop am Nachmittag auf dpa-Anfrage. Die Fachleute der Brüsseler Behörde würden den Plan nun genau prüfen. "Die Schlüsselforderung ist, dass der Plan die Lebensfähigkeit des Geschäfts sicherstellen und einen angemessenen Ausgleich für die Wettbewerbsverzerrung durch die Staatsbeihilfe schaffen sollte", sagte van Lierop. Er machte keine Prognose zur Dauer der Prüfung. Damit endet eine Sechs-Monats-Frist, nachdem die Eigentümer die WestLB von milliardenschweren Risiken entlastet hatten. Die Bank war durch die Finanzkrise und Fehlspekulationen im Aktienhandel in eine Schieflage geraten. Im Namen der Bank legte die Bundesregierung der Kommission den Umbauplan vor, der drastische Einschnitte in das Geschäftsmodell vorsieht.

Nach weiteren Angaben von Hilgert hat die Bank der EU angeboten, die Bilanzsumme um 26 Prozent zu verringern. Brüssel forderte eine Verringerung bis 50 Prozent. Außerdem will die WestLB ihre Risikoaktiva um 35 Prozent abbauen. Ein Rückbau werde auch bei anderen Landesbanken kommen, prophezeite Hilgert. "Wenn wir uns in irgendeiner Konstellation eine Konsolidierung vorstellen wollen, können wir die Bilanzen von Landesbanken nicht einfach addieren".

Ende Juli hatte der Aufsichtsrat der WestLB dem Konzept zur Neuausrichtung der Bank bereits zugestimmt. Eckpunkte sind unter anderem eine deutliche Straffung des Geschäftsmodells und der Ausbau des Verbundgeschäftes mit den Sparkassen. Der EU-Kommission wurde zudem eine Veränderung der Eigentümerstruktur signalisiert. Dabei gilt auch der Einstieg eines privaten Investors nicht mehr als ausgeschlossen.

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